home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Startseite · Klang · Testgelände

Volt & Vinyl

Zeitlose Größe

Er war ein Wunderkind, wie es im Buche steht. Und schon früh wurde der Schüler des Liszt-Schülers Martin Krause als neuer Liszt gehandelt. Doch anstatt das Publikum schwindelig zu spielen, setzte Claudio Arrau lieber alles auf die durchschlagende Kraft des Herzens, des Ausdrucks, der Nachdenklichkeit. So wie etwa als Brahms-Interpret. Aus dem diskografisch reichen Erbe des gebürtigen Chilenen ragt bis heute auch die 1960 veröffentlichte Einspielung des ersten Klavierkonzerts von Johannes Brahms mit dem Philharmonia Orchestra unter Carlo Maria Giulini heraus. Mit reichlich Espressivo, aber ohne schwerblütige Romantisiererei, widmet er sich da diesem konzertant-sinfonischen Organismus. Wobei Arrau mit seiner pianistischen Akkuratesse vielfarbige Klang- und Gefühlswelten entstehen lässt, die bewegen, mitreißen, begeistern. Und wie Arrau später auch beim zweiten Klavierkonzert von Brahms bewies, gelangen ihm solche Brahms-Sternstunden tatsächlich nur mit Giulini.

Brahms

Klavierkonzert Nr. 1

Arrau, Philharmonia Orchestra, Giulini

Warner Classics

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Guido Fischer, 10.09.2022, RONDO Ausgabe 4 / 2022



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Blind gehört

Zuletzt erschienen:

Gábor Boldoczki: „Die Trompete kann viele Rollen übernehmen.“

zum Artikel

Hausbesuch

Trobar e Cantar

Mittelalter mit einer Prise Jazz

Das experimentierfreudige Mittelalter-Ensemble präsentiert die Geschichte von Tristan und Isolde […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top