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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



Startseite · CD zum Sonntag

01. — 07. Oktober 2022

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Für sein aktuelles Album hat der Trompeter Matthias Höfs ein Werk ausgegraben, das als das einzige ernstzunehmende romantische Trompetenkonzert des 19. Jahrhunderts gilt. Es stammt aus der Feder des deutsch-russischen Komponisten Oscar Böhme. Der 1870 bei Dresden geborene Komponist studierte in Deutschland und Ungarn und emigrierte anschließend nach Russland und nahm die russische Staatsangehörigkeit an. Trotz seiner Bemühungen um eine perfekte Integration in die russische Gesellschaft wurde ihm seine deutsche Herkunft bei der Machtergreifung der Bolschewiki zum Verhängnis, er verlor seine Stelle beim Mariinsky-Theater in Petrograd/Leningrad. 1938 wurde Böhme wegen „antisowjetischer Umtriebe“ hingerichtet.



Das hochromantische Konzert, das stilistisch an die Werke für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber erinnert, umfasst drei Sätze. Der Kopfsatz ist in seinem Gestus dramatisch und stellt an den Solisten Satz hohe virtuose Ansprüche, insbesondere in der Kadenz. Hymnisch und feierlich hingegen präsentiert sich der zweite Satz, ein „Adagio religioso“, während der Finalsatz, ein fröhliches „Allegro scherzando“ tänzerisch bewegten Charakter hat. Neben dem Konzert finden sich noch weitere Trompetenwerke von Böhm, darunter auch ein Sextett, sowie einige Transkriptionen aus der Feder von Matthias Höfs. Er zeigt sich hier mit schlankem Ton und voller Leichtigkeit wieder einmal als einer der besten deutschen Trompeter, dabei ist die Deutsche Kammerphilharmonie ein musikalischer Partner auf Augenhöhe.


24. — 30. September 2022

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Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen Musikwelt des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Komponisten sind in erster Linie durch Orchesterwerke bekannt geworden. Bei Holst sind es „Die Planeten“, die Eingang ins Repertoire gefunden haben, von Vaughan Williams kennt man die „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“ oder die 5. und 6. Sinfonie.
Nahezu unbekannt sind hingegen ihre Streichquartette. Zu Unrecht, handelt es sich doch um emotional unmittelbar ansprechende Werke von großer Individualität. Vaughan Williams schrieb zwei Quartettwerke. Das erste von 1908/1909 ist noch stark romantisch geprägt, während das zweite Quartett (1942-1944) Anklänge an die Moderne aufweist. Von Holst ist nur ein einziges Streichquartett, bekannt, das „Phantasy Quartet on British Folk Songs“. Es stellt ein unmittelbar emotional ansprechendes Werk dar, das sich durch seinen schlichten Volkston und tänzerische Rhythmen auszeichnet. Das englische Tippet Quartet, das sich nach dem Komponisten Sir Michael Tippett benannte, spielt diese Stücke mit romantischem Feuer und viel Klangsinn. Hoffentlich kann diese CD etwas zur Verbreitung dieser wunderbaren Musik beitragen.


17. — 23. September 2022

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Efrem Zimbalist (1889-1985) war ein amerikanischer Geiger russisch-jüdischer Herkunft und gehörte im frühen 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Violinsolisten. Er war Schüler des legendären Violinpädagogen Leopold Auer, der später auch Jascha Heifetz und Nathan Milstein ausbilden sollte. 1907 gab er in Berlin sein Debüt, es sollte zur Initialzündung für Zimbalists internationale Karriere werden. Anschließend spielte er in Wien und London, 1911 debütierte er in den USA mit dem Boston Symphony Orchestra. Das soeben vom Label Bidulph des Londoner Violinexperten Peter Biddulph veröffentlichte Album dokumentiert Aufnahmen von Efrem Zimbalist aus den Jahren 1911 bis 1939. Darunter finden sich einerseits gewichtige Werke wie Brahms’ dritte Violinsonate oder Ysaÿes erste Solosonate, den größten Teil des Albums füllen jedoch Transkriptionen, etwa von Chopins „Minutenwalzer“ oder dem „Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns. Auch drei von russischer Romantik geprägte Eigenkompositionen sind enthalten: ein „Polnischer Tanz“, ein „Hebräisches Lied und Tanz“ sowie die „Improvisation über eine japanische Melodie“. Zimbalist spielt diese Werke mit beachtlicher Virtuosität und einem farbenreichen ,von tiefem lyrischen Empfinden geprägten Ton. Nur sein langsames Vibrato klingt für heutige Ohren bisweilen etwas gewöhnungsbedürftig.


10. — 16. September 2022

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Als „im Grunde unvereinbar“ bezeichnete Maurice Ravel die Violine und das Klavier. Umso erstaunlicher ist es, dass er mehrere herausragende Werke für diese Besetzung schrieb. Am bekanntesten ist wohl die von Zigeunermusik inspirierte hochvirtuose Fantasie „Tzigane“, des Weiteren existieren zwei Sonaten (von denen eine erst posthum veröffentlicht wurde) sowie eine „Berceuse sur le nom de Fauré“. Die französische Violinistin Elsa Grether hat mit ihrem amerikanischstämmigen Landsmann David Lively am Flügel diese Werke für das französische Label Aparté aufgenommen und um zwei Weltersteinspielungen ergänzt: Bei der ersten handelt es sich um eine Bearbeitung des „Adagio assai“ aus Ravels G-Dur-Klavierkonzert aus der Feder des französischen Komponisten und Musikkritikers Gustave Samazeuilh (1867-1943), das zweite Stück ist eine Transkription des Five o’clock Foxtrot aus Ravels Oper „L’Enfant et les Sortilèges“ (deutsch: Das Kind und der Zauberspuk), die der kanadische Pianist und Komponist André Asselin verfasste. Grether und Lively interpretieren diese Werke aus einem gemeinsamen Atem heraus und mit großem Einfühlungsvermögen in die wechselnden musikalischen Charaktere. Dabei beeindrucken das kantable und klangschöne Klavierspiel von David Lively ebenso wie das Temperament und die Leidenschaft seiner Kollegin an der Violine.


06. — 12. August 2022

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Benedetto Boccuzzi wurde 1990 in New York City geboren und ist ein Pianist, Improvisator und Komponist. Auf seinem neuen Album „Im Wald“ stellt er Werke der Romantiker Robert Schumann und Franz Schubert den Zeitgenossen Jörg Widmann, Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann gegenüber. Dadurch entsteht ein ästhetischer Dialog zwischen den Generationen, der eine erweiterte Realität abbildet. In dem zweiteiligen Programm wird der Hörer dazu eingeladen, einen imaginären Zauberwald zu durchschreiten, in dem die Realität immer wieder durch fantastische Episoden durchbrochen wird. Die erste Hälfte des Albums präsentiert Schumanns „Waldszenen“ im Wechsel mit fünf der „Elf Humoresken“ von Jörg Widmann. Die zweite Hälfte gründet sich auf einer Auswahl von sieben Liedern aus Franz Schuberts Zyklus „Schönes Mühlenmädchen“ (Klaviertranskription: August Horn), die von Wolfgang Rihms „Ländler“ und Helmut Lachenmanns „Fünf Variationen über ein Thema von Franz Schubert“ durchbrochen werden. Als Intermezzo zwischen diesen beiden Zyklen platziert Boccuzzi seine elektronische Komposition „Im Wald“ (2022), die das Klavier zunächst „klanglich erweitert“, anschließend wird es „durch die Elektronik gefiltert“, wodurch ein neuer akustischer Raum entsteht.
Boccuzzi spielt all diese Werke mit der strukturellen Durchdringung des Komponisten, zugleich ist sein Spiel auch klangsinnlich, virtuos und voller Leichtigkeit, man höre sich nur einmal Schumanns „Vogel als Prophet“ an. Kurz: Ein vielschichtiges Album eines spannenden Künstlers.


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Für sein aktuelles Album hat der Trompeter Matthias Höfs ein Werk ausgegraben, das als das einzige ernstzunehmende romantische Trompetenkonzert des 19. Jahrhunderts gilt. Es stammt aus der Feder des deutsch-russischen Komponisten Oscar Böhme. Der 1870 bei Dresden geborene Komponist studierte in Deutschland und Ungarn und emigrierte anschließend nach Russland und nahm die russische Staatsangehörigkeit an. Trotz seiner Bemühungen um eine perfekte Integration in die russische Gesellschaft […] mehr


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