Startseite · CD zum Sonntag

06. — 12. März 2021

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Olivier Messiaens Turangalîla-Sinfonie zählt ohne Zweifel zu den eindrücklichsten und gewaltigsten Monumenten der Sinfonik des 20. Jahrhunderts. Dieses mit 80 Minuten überlange Monstrum von Sinfonie spielt man nicht ohne Weiteres – weder live im Konzertsaal, noch auf CD ein. Und so war es durchaus ein Ereignis, als das Mannheimer-Nationaltheaterorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alexander Soddy diesen Meilenstein in Prä-Corona-Zeiten dank Spendenunterstützung als Akademiekonzert auf die Bühne brachte und glücklicherweise auch direkt auf CD festhielt. Klangstürmisch geht es da zu! Alexander Soddy navigiert verlässlich durch die Wogen. Thomas Bloch jault mit den Ondes Martenot, die Maurice Martenot einst parallel zum Theremin entwickelte. Und Tamara Stefanovich meistert den hochanspruchsvollen Klavierpart dieses verkappten wie erweiterten Klavierkonzerts in zehn Sätzen mit Bravour. Sanskrit-Wurzeln, komplexe Rhythmen, ein perkussionsreiches Instrumentarium, das an indonesische Gamelan-Orchester erinnert. All das steckt in Turangalîla. Serge Koussevitzky, der das Werk bei Messiaen in Auftrag gegeben hatte, bat damals das Publikum in einer Ansprache vor dem Konzert um Geduld. Die brachte man in Mannheim allemal mit, wie der an gute alte Zeiten erinnernde stürmische Schlussapplaus dieses Livemitschnitts belegt. Welch schönes Dokument!

27. Februar — 05. März 2021

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Olivier Messiaens Turangalîla-Sinfonie zählt ohne Zweifel zu den eindrücklichsten und gewaltigsten Monumenten der Sinfonik des 20. Jahrhunderts. Dieses mit 80 Minuten überlange Monstrum von Sinfonie spielt man nicht ohne Weiteres – weder live im Konzertsaal, noch auf CD ein. Und so war es durchaus ein Ereignis, als das Mannheimer-Nationaltheaterorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alexander Soddy diesen Meilenstein in Prä-Corona-Zeiten dank Spendenunterstützung als Akademiekonzert auf die Bühne brachte und glücklicherweise auch direkt auf CD festhielt. Klangstürmisch geht es da zu! Alexander Soddy navigiert verlässlich durch die Wogen. Thomas Bloch jault mit den Ondes Martenot, die Maurice Martenot einst parallel zum Theremin entwickelte. Und Tamara Stefanovich meistert den hochanspruchsvollen Klavierpart dieses verkappten wie erweiterten Klavierkonzerts in zehn Sätzen mit Bravour. Sanskrit-Wurzeln, komplexe Rhythmen, ein perkussionsreiches Instrumentarium, das an indonesische Gamelan-Orchester erinnert. All das steckt in Turangalîla. Serge Koussevitzky, der das Werk bei Messiaen in Auftrag gegeben hatte, bat damals das Publikum in einer Ansprache vor dem Konzert um Geduld. Die brachte man in Mannheim allemal mit, wie der an gute alte Zeiten erinnernde stürmische Schlussapplaus dieses Livemitschnitts belegt. Welch schönes Dokument!

20. — 26. Februar 2021

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Romantische Klaviermusik zum Valentinstag? Ehe hier irreführende Assoziationen geweckt werden: Anna Vinnitskayas neues Chopin-Album kommt alles andere als verträumt-verzärtelnd daher. Im Gegenteil, die russische Pianisten beweist mit dieser Einspielung, dass es sich immer wieder lohnen kann, diese vielgespielten Klavier-Klassiker neu aufzunehmen. Mit den vier Balladen und den vier Impromptus, darunter das berühmte Fantaisie-Impromptu, hat es Vinnitskaya jedenfalls nicht gescheut, ein formal ganz konservatives Klavieralbum vorzulegen. Während andere auf raffinierte Kombinatorik setzen und Brücken schlagen, bietet Vinnitskaya hier das pure Chopin-Erlebnis. Dass sich dies als großes Vergnügen erweist, liegt zunächst daran, dass Vinnitskaya alles allzu Sentimentale aus dieser Musik verbannt. Sie findet einen geradlinig und ohne Umschweife erzählenden, aber nie nüchternen Balladenton, dem man allzu gern lauscht und der durchaus Spontanes und Überraschendes bereithält. Das Leise und Zarte leuchtet hier in schlichter Schönheit, das Dramatische und Kraftvolle wird nie brachial aufgetürmt. Über die technischen Fähigkeiten, all das manuell auszuführen, verfügt Vinnitskaya ohnehin. Mehr braucht es nicht.

13. — 19. Februar 2021

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Romantische Klaviermusik zum Valentinstag? Ehe hier irreführende Assoziationen geweckt werden: Anna Vinnitskayas neues Chopin-Album kommt alles andere als verträumt-verzärtelnd daher. Im Gegenteil, die russische Pianisten beweist mit dieser Einspielung, dass es sich immer wieder lohnen kann, diese vielgespielten Klavier-Klassiker neu aufzunehmen. Mit den vier Balladen und den vier Impromptus, darunter das berühmte Fantaisie-Impromptu, hat es Vinnitskaya jedenfalls nicht gescheut, ein formal ganz konservatives Klavieralbum vorzulegen. Während andere auf raffinierte Kombinatorik setzen und Brücken schlagen, bietet Vinnitskaya hier das pure Chopin-Erlebnis. Dass sich dies als großes Vergnügen erweist, liegt zunächst daran, dass Vinnitskaya alles allzu Sentimentale aus dieser Musik verbannt. Sie findet einen geradlinig und ohne Umschweife erzählenden, aber nie nüchternen Balladenton, dem man allzu gern lauscht und der durchaus Spontanes und Überraschendes bereithält. Das Leise und Zarte leuchtet hier in schlichter Schönheit, das Dramatische und Kraftvolle wird nie brachial aufgetürmt. Über die technischen Fähigkeiten, all das manuell auszuführen, verfügt Vinnitskaya ohnehin. Mehr braucht es nicht.

06. — 12. Februar 2021

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Willkommen und Abschied: Auf welche Art und Weise lässt sich mit Musik wortlos in Dialog treten? Eine Frage, die die Komponisten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brennend beschäftigt. Denn damals ist die Instrumentalmusik – nach der Epoche des auf Regeln und Grammatik versessenen Barock – zum Experimentierfeld einer universellen Sprache ohne Worte geworden. Zu ihren Großmeistern gehört neben Carl Philipp Emanuel Bach vor allem Joseph Haydn, der es schafft, seine Fülle an thematischen Wendungen in so elegante wie aufregend unvorhersehbare Sprachstrukturen zu bändigen, dass man den Eindruck hat, den Ausführungen eines enorm eloquenten und brillanten Geistes zu folgen. Auch seine Sinfonien B-Dur Hob. I:35 und fis-Moll Hob. I:45, die berühmte „Abschiedssinfonie“, sind Antworten auf sprachliche Kontexte, wenn auch gegensätzlichen Charakters: Die B-Dur-Sinfonie begrüßt prächtig und warm den heimkehrenden Fürst Nikolaus II. (freilich zwei Monate verfrüht, seine Hochwohlgeboren bummelte noch ein paar Wochen auf Kur), die rätselhafte fis-Moll-Sinfonie heizt die Spekulationen über ihre Entstehung an durch ihren stürmisch-leidenschaftlichen Gestus, die ungewöhnliche Satzanordnung und das sich ausdünnende, gleichsam wegrationalisierende Schluss-Adagio. Ob Haydn für seine vereinsamten Musiker damit vom Fürsten den Aufbruch zur Heimreise abtrotzen wollte, auf Dunkelmessen-Feiern der Karwoche mit dem Auslöschen der Kerzen oder gar auf vorherige existenzbedrohende Pläne zur Entlassung der gesamten Kapelle durch den Fürsten reagiert hat, man weiß es letztlich nicht.
Die Bei Folge 9 seiner Gesamtaufnahme der Sinfonien Joseph Haydns ist Giovanni Antonini inzwischen angelangt; bis zum 300. Geburtstag möchte er das Projekt abgeschlossen haben, alle 107 Werke (und ein paar der Zeitgenossen Haydns noch dazu) in thematischer Auswahl eingespielt zu haben. Unter dem Titel „L’Addio“, der Abschied, schlägt er diesmal Funken aus dem beschriebenen Kontrast von Willkommen und Abschied. Dabei entfaltet unter seiner Leitung das Ensemble Il Giardino Armonico erneut die nötige Sprachgewalt und Gewitztheit für solche Werke des Umbruchs. Haydns Musik versteht sich unter den Händen Antoninis natürlich darauf, mit warmen Tönen höfisch zu schillern. Sie formuliert aber in der Moll-Sinfonie mit den der Oper entlehnten und von Antonini ausgekosteten Stilmitteln (des Tremolos, des schroffen Abbruchs, des fast tonlosen Sprechens) einen neuen, individuell bestürzten Tonfall für die Sinfonik. Antoninis Haydn-Lesart erzählt dabei nicht den artig erflehten Abschied des Höflings nach, sondern lässt durchaus auch fahle, bittere und giftige Nuancen aufscheinen – eines vielleicht insgeheim mit seiner Stellung hadernden Komponisten.

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CD zum Sonntag:

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Stimmt’s? Für heutige Ohren kaum noch vorstellbar sind die Reibungen und Schwebungen im Klang entfernter Tonarten, mit denen man in der Musik vor 1650 leben musste. Oder sogar gut lebte. Sie verliehen den Tonarten Charakter und unterschiedliche Farben. Diesen Faltenwurf hat die heute übliche gleichstufige Stimmung glattgebügelt. Doch es gibt einen dritten Weg: Die „Wohltemperierte Stimmung“, die Andreas Werckmeister entwickelt hatte und deren Durchführung er beschrieb (das Stimmen […] mehr »


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