Startseite · CD zum Sonntag

26. Juni — 02. Juli 2021

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Zurück zu den Wurzeln: Aus seiner musikalischen Heimat macht Emmanuel Tjeknavorian kein Geheimnis. Der junge Geiger und Dirigent kommt aus einer Musikerfamilie, er ist ein echter Wiener mit armenischen Wurzeln, der beide musikalischen Traditionslinien auch zum Ausdruck bringt. Da ist zum einen der armenische Zweig, der auf dieser CD mit dem Violinkonzert des eigenen Vaters, Loris Tjeknavorian, vertreten ist. Das Konzert aus dem Jahr 1956 bewegt sich klar im tonalen Bereich. Da geht es rau und stürmisch daher, aber auch gesanglich im Andante, schließlich folkloristisch tänzelnd im Finale. Und wer könnte das mit verbriefterer Stimme erzählen als Tjeknavorian junior? Die Wiener Tradition des Geigenspiels hingegen, auf die Tjeknavorian viel Wert legt, zeigt sich dann besonders im allseits bekannten und viel aufgenommenen Violinkonzert von Jean Sibelius. Der süßliche Wiener Geigenton und die Suche nach einem ausgewogenen Ansatz, ohne etwa die Spitzen und messerscharfen Konturen einer Hilary Hahn, führen zu einer Einspielung voller gestalterischer Wärme, die jedoch nie dick oder aufdringlich wird – das süffige, durchaus schwer tönende hr-Sinfonieorchesters unter Pablo González gibt seinen Teil dazu. Um diesen erstklassigen jungen Geiger kennenzulernen, der künftig vor allem als Dirigent in Erscheinung zu treten plant, ist das sehr persönlich zusammengestellte Album trotzdem genau die richtige Wahl.

19. — 25. Juni 2021

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Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens Diabelli-Variationen und Bachs Goldberg-Variationen erfüllen alle Kriterien, um in die zweite Kategorie einsortiert zu werden. In beiden wird das Variieren auf ein neues Level gehoben, von Langeweile keine Spur. So weit, so bekannt. Frederic Rzewskis „The People United Will Never Be Defeated!“ hingegen fällt in dieser Reihe allein schon deshalb auf, weil der amerikanische Komponist noch lebt. In seinem Opus magnum baut Rzewski aus dem chilenischen Protestlied ein multistilistisches Variationsfeuerwerk neuer Art, das in Umfang, aber vor allem Raffinesse den zum Kanon gewordenen Vorgängern nachfolgt. Da geht es tonal und melodiös zu, aber auch fragmentiert und scheinbar zusammenhangslos, dann wieder werden rhythmisch durchpulste Klangflächen à la Minimal Music aufgebaut. Jazziges steht neben avantgardistisch Komponiertem. Beim ersten Hören ist das viel, lang, streckenweise auch sperrig. Doch wer tiefer in dieses faszinierende Klangmeer eintaucht, den lässt es kaum wieder los. Zuletzt arbeitete sich Christian Ihle Hadland beim Bergen International Festival durch das zudem immens schwere Stück. Die neue Referenz legte Igor Levit mit seiner Aufnahme vor – die auch im Note-für-Note-fällt-vom-Himmel der ersten Variationen Erzählbögen findet und die verschiedenen Einflüsse, mit sehr stimmiger Kadenzeinlage vor dem finale furioso, mühelos zum großen Ganzen formt.

12. — 18. Juni 2021

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Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens Diabelli-Variationen und Bachs Goldberg-Variationen erfüllen alle Kriterien, um in die zweite Kategorie einsortiert zu werden. In beiden wird das Variieren auf ein neues Level gehoben, von Langeweile keine Spur. So weit, so bekannt. Frederic Rzewskis „The People United Will Never Be Defeated!“ hingegen fällt in dieser Reihe allein schon deshalb auf, weil der amerikanische Komponist noch lebt. In seinem Opus magnum baut Rzewski aus dem chilenischen Protestlied ein multistilistisches Variationsfeuerwerk neuer Art, das in Umfang, aber vor allem Raffinesse den zum Kanon gewordenen Vorgängern nachfolgt. Da geht es tonal und melodiös zu, aber auch fragmentiert und scheinbar zusammenhangslos, dann wieder werden rhythmisch durchpulste Klangflächen à la Minimal Music aufgebaut. Jazziges steht neben avantgardistisch Komponiertem. Beim ersten Hören ist das viel, lang, streckenweise auch sperrig. Doch wer tiefer in dieses faszinierende Klangmeer eintaucht, den lässt es kaum wieder los. Zuletzt arbeitete sich Christian Ihle Hadland beim Bergen International Festival durch das zudem immens schwere Stück. Die neue Referenz legte Igor Levit mit seiner Aufnahme vor – die auch im Note-für-Note-fällt-vom-Himmel der ersten Variationen Erzählbögen findet und die verschiedenen Einflüsse, mit sehr stimmiger Kadenzeinlage vor dem finale furioso, mühelos zum großen Ganzen formt.

05. — 11. Juni 2021

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Zum Kuckuck nochmal: Jetzt ist es also endlich Mai geworden, und das schon im Juni! Alles grünt und sprosst, die Knospen öffnen sich mit lautem Knall, und Flieder und Holunder, sonst zeitlich weit getrennt, stehen einträchtig nebeneinander in Blüte. Das Frühlingsgefühle nicht nur den Menschen beflügeln, sondern auch die Natur in lautes Rufen und Gurren, hat Komponisten seit vielen Jahrhunderten inspiriert. Das Ensemble La Fenice und sein Leiter, Blockflötist und Zinkenist Jean Tubéry, haben sich den Spaß gemacht und Ende letzten Jahres eine „zoologische Fantasie“ zusammengestellt, anders als Camille Saint-Saëns sind sie dabei aber im Feld der Barockmusik auf die Pirsch gegangen. Unter dem Titel „Natura amorosa“ schlagen Nachtigallen, Hühner, der Kuckuck und ein Schwan um die Wette (der allerdings bekanntermaßen nur kurz vorm Dahinscheiden). Die Noten halten ihnen berühmte Komponisten wie Clément Janequin, Girolamo Frescobaldi, Jan Jakob van Eyck, Claudio Monteverdi und Marco Uccellini (sogar mit einem Duett von Huhn und Nachtigall, das besser klappt, als es klingt). Doch natürlich wecken die frühlingshaften Zephirwinde auch die Blumen aus dem Winterschlaf, die alle noch besungen sein wollen. Das macht das Ensemble La Fenice ganz vorzüglich, dabei beschwingt und mit viel Empfindung. Dieses abwechslungsreich zusammengestellte und dabei noch wolkenlos musizierte Album macht Vorfreude auf alles, was der Sommer noch so mit sich bringen könnte.

29. Mai — 04. Juni 2021

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Mit „Haydn 2032“ hat Giovanni Antonini ein ambitioniertes Projekt vor der Brust: Bis zum 300. Geburtstag des Streichquartettbegründers und Wiener Klassikers will der Dirigent gemeinsam mit „Il Giardino Armonico“ und dem Kammerorchester Basel die Sinfonien in Gänze (immerhin 107!) aufgeführt und auf CD festgehalten haben – und damit die erste Gesamteinspielung auf historischem Instrument liefern! Folge 9 bringt nun die Nummern 35, 45 (Abschied) und 15. Dass einem bei so viel Klassik, immerhin zählen die frühen Haydn-Sinfonien nicht gerade zu den Repertoire-Schlagern und überhaupt genießen die Kollegen Mozart und Beethoven irgendwie doch einen höheren Stellenwert, so gar nicht langweilig wird, liegt an dem furios und natürlich historisch-informiert aufspielenden Orchester (hier: Il Giardino Armonico), das diese um Ausgleich der Tonfälle bemühte Musik voller Energie pulsieren, sie aber ebenso in schlichter Geradlinigkeit musizieren oder die dritten Sätze tanzen lassen kann. Kurzweilig und unterhaltsam sind diese Sinfonien ohnehin. Etwa die Nr. 35 mit ihrem dicken Fragezeichen als Schlussakkord im Finalsatz. Oder die „Abschiedssinfonie“, für Felix Mendelssohn „ein curios melancholisches Stückchen“, deren Finale plötzlich in ein Adagio umkippt, das auf eine schier unglaubliche historische Begegnung in der Sommerresidenz Eszterháza zurückgeht, als das Orchester aufgrund des gedehnten Aufenthalts mit dem musikalischen Zaunpfahl winkend in eine Art Warnstreik trat – mit Erfolg. Als Beigabe gibt es die Kantate „Scena di Berenice“. In dieser Form und Qualität liefert „Haydn 2032“ auf dem Weg zum Geburtstag einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für eine Haydn-Wiederbelebung.

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Alterslos: Der junge Violinist Théotime Langlois de Swarte hatte nach seinem Vorspiel für eine Stelle in William Christies berühmten „Les Arts Florissants“ mit Vorurteilen zu kämpfen. Kann ein Violinist, der ebenso brillant Schostakowitsch interpretiert wie barocke Sonaten, der Richtige sein für diese Elitevereinigung von Puristen? Er kann – denn wie Williams im Interview auch zugibt, war er schon beim ersten Spiel gefangen genommen von der spürbaren Leidenschaft de Swartes für die […] mehr »


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