home

N° 1224
23. - 29.10.2021

nächste Aktualisierung
am 30.10.2021



Startseite · CD zum Sonntag

11. — 17. September 2021

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

In der Echokammer: Was steckt drin in Frédéric Chopins 24 Préludes op. 28, diesen so oft schon eingespielten, kleinen, aber feinen, überaus vielfältigen Miniaturen, die sich nach Johann Sebastian Bachs Vorbild durch alle Tonarten des Quintenzirkels modulieren? Alice Sara Ott findet in ihnen Selbstreflexion – und so darf man das neueste Chopin-Album „Echoes of Life“ der deutsch-japanischen Pianistin als ein sehr persönliches beschreiben. Das liegt vor allem am programmatischen Kniff, in die Préludes weitere Vorspielmusiken aus dem 20. und 21. Jahrhundert nach persönlichem Gusto einzufügen. Da führen inmitten des Chopin-Flusses also Etappen dieser Reise, die Alice Sara Ott analog zu ihrem Lebensweg anlegt, zu ihr wichtigen Musiken von Nino Rota, Arvo Pärt oder Tōru Takemitsu. Dass es den musikalischen Fluss dieser zyklisch gebundenen Stücke, die mit ihrer Kürze von teilweise nur 16 Takten zwangsläufig einander brauchen, ein klein wenig zerreißt, ist der Preis eines an sich aber glückenden Experiments. Nicht unter den Tisch fallen soll dabei nämlich, dass Alice Sara Ott auch den Chopin-Parcours geschmackvoll und mit Übersicht meistert. Weder rast sie in den schnellen Nummern wie dem Presto Nr. 12 wie so manch ein Kollege davon, noch überfrachtet sie das zum Klavierschlager gewordene „Regentropfen“-Prélude mit Interpretations-Ideen. Der maßvolle Mittelweg ist hier gerade recht.

04. — 10. September 2021

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

In der Echokammer: Was steckt drin in Frédéric Chopins 24 Préludes op. 28, diesen so oft schon eingespielten, kleinen, aber feinen, überaus vielfältigen Miniaturen, die sich nach Johann Sebastian Bachs Vorbild durch alle Tonarten des Quintenzirkels modulieren? Alice Sara Ott findet in ihnen Selbstreflexion – und so darf man das neueste Chopin-Album „Echoes of Life“ der deutsch-japanischen Pianistin als ein sehr persönliches beschreiben. Das liegt vor allem am programmatischen Kniff, in die Préludes weitere Vorspielmusiken aus dem 20. und 21. Jahrhundert nach persönlichem Gusto einzufügen. Da führen inmitten des Chopin-Flusses also Etappen dieser Reise, die Alice Sara Ott analog zu ihrem Lebensweg anlegt, zu ihr wichtigen Musiken von Nino Rota, Arvo Pärt oder Tōru Takemitsu. Dass es den musikalischen Fluss dieser zyklisch gebundenen Stücke, die mit ihrer Kürze von teilweise nur 16 Takten zwangsläufig einander brauchen, ein klein wenig zerreißt, ist der Preis eines an sich aber glückenden Experiments. Nicht unter den Tisch fallen soll dabei nämlich, dass Alice Sara Ott auch den Chopin-Parcours geschmackvoll und mit Übersicht meistert. Weder rast sie in den schnellen Nummern wie dem Presto Nr. 12 wie so manch ein Kollege davon, noch überfrachtet sie das zum Klavierschlager gewordene „Regentropfen“-Prélude mit Interpretations-Ideen. Der maßvolle Mittelweg ist hier gerade recht.

28. August — 03. September 2021

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Während im Wien des Fin de Siècle die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg zu den neuen Ufern von Atonalität und Zwölftonmusik aufbrach, verblieben einige auch an bekannten Gestaden. Alexander von Zemlinsky etwa blieb der Tonalität auch dann treu, als sich sein Schüler Schönberg gänzlich den neuen Reihentechniken widmete. Zemlinskys „Seejungfrau“ feierte im Jahr 1905 in jenem Konzert ihre Premiere, in dem auch Schönbergs „Pelleas und Melisande“ zur nicht wirklich erfolgreichen Uraufführung gebracht wurde – und Zemlinskys sinfonische Dichtung nach Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ in den Schatten stellte. Gegen den Vorwurf, dass diese gesangliche, in Länge und Besetzung groß dimensionierte Orchestermusik eine gestrige ist, spielt nun das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko an. Und das mit Erfolg! Da erheben sich schon in den ersten Takten die dunklen Wogen des Meeres, wird nichts zu schwer oder gar zäh. Das Ausreizen der Möglichkeiten geschieht hier eben nicht wie beim späteren Schönberg auf struktureller, sondern auf klangsinnlicher Ebene in bester spätromantischer Tradition. Eklektizistisch ist diese Musik allemal, ja. Aber zusammen mit der ebenso selten gespielten Suite „Der Geburtstag der Infantin“ von Schönberg-Freund Franz Schreker als spritzig-flottem Gegenpol bildet sie ein schillerndes Aufnahme-Doppel, das zwei gern vernachlässigte Komponisten gekonnt ins Licht stellt.

21. — 27. August 2021

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Während im Wien des Fin de Siècle die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg zu den neuen Ufern von Atonalität und Zwölftonmusik aufbrach, verblieben einige auch an bekannten Gestaden. Alexander von Zemlinsky etwa blieb der Tonalität auch dann treu, als sich sein Schüler Schönberg gänzlich den neuen Reihentechniken widmete. Zemlinskys „Seejungfrau“ feierte im Jahr 1905 in jenem Konzert ihre Premiere, in dem auch Schönbergs „Pelleas und Melisande“ zur nicht wirklich erfolgreichen Uraufführung gebracht wurde – und Zemlinskys sinfonische Dichtung nach Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ in den Schatten stellte. Gegen den Vorwurf, dass diese gesangliche, in Länge und Besetzung groß dimensionierte Orchestermusik eine gestrige ist, spielt nun das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko an. Und das mit Erfolg! Da erheben sich schon in den ersten Takten die dunklen Wogen des Meeres, wird nichts zu schwer oder gar zäh. Das Ausreizen der Möglichkeiten geschieht hier eben nicht wie beim späteren Schönberg auf struktureller, sondern auf klangsinnlicher Ebene in bester spätromantischer Tradition. Eklektizistisch ist diese Musik allemal, ja. Aber zusammen mit der ebenso selten gespielten Suite „Der Geburtstag der Infantin“ von Schönberg-Freund Franz Schreker als spritzig-flottem Gegenpol bildet sie ein schillerndes Aufnahme-Doppel, das zwei gern vernachlässigte Komponisten gekonnt ins Licht stellt.

14. — 20. August 2021

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Klanggewordene Melancholie: Jean Rondeau beweist wieder einmal sein Gespür für die überhaupt nicht angestaubten historischen Tasteninstrumente. Von einem dem Titel nach durchaus nachdenklichen Grundduktus ausgehend lädt der französische Cembalist auf „Melancholy Grace“ mithilfe eines Cembalo-Nachbaus aus dem frühen 18. Jahrhundert und einem um 1575 gebauten florentinischen Arpicordo zum Sinnieren in Tönen ein. Und gerade dieses Virginal, auf dem Rondeau unter anderem die Musik von John Bull und Orlando Gibbons mit hellem, delikatem Klang zum Leben erweckt, klingt einfach superb. Überhaupt setzt dieses Konzeptalbum weniger auf den Brückenschlag zwischen den Epochen, als es ein profundes Eintauchen in jene Welt der „Klaviermusik“ erlaubt, für die heute das moderne Hammerklavier kaum mehr die rechte, schon gar nicht historisch-informierte Wahl scheint. Selbst wenn der isländische Star-Pianist Víkingur Ólafsson Jean-Philippe Rameau auf modernem Gerät jüngst spektakulär wiederentdeckte, ist für Jean Rondeau die Sache klar: Er ist dort zu Hause, wo sich etwa jene Experimente vor der Erfindung der gleichstufigen Stimmung abspielen, die für die heutige Hörerschaft so viele Klangfarben im wahrsten Sinne mit sich bringt. Was auf dem modernen Steinway in zwölf gleich große Halbtonschritte eingeebnet, tönt hier fein, aber eben individuell austariert in verschiedenen Schattierungen. Ausgehend von John Dowlands „Flow my Tears“ legt Rondeau so eine Aufnahme vor, die trotz Titel und Cover nach eher düster daherkommend kein Trübsal aufkommen lässt, sondern die Klaviermusik des 16. bis 18. Jahrhunderts fein wie fundiert ausleuchtet. Liebhaber kommen auf ihre Kosten – dürfen sich aber über die recht kryptische, teils fehlerhafte deutsche Übersetzung des Booklet-Texts ärgern. Abzüge in der B-Note.

zurück 79/80 weiter



Abo

Top