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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

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am 02.07.2022



Startseite · CD zum Sonntag

25. Juni — 01. Juli 2022

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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten Richard Bona, durch seine Anregungen konnte sie sich als Arrangeurin und Komponistin weiterentwickeln. 2014 erschien ihr Debütalbum, das ausschließlich Eigenkompositionen umfasst und für viel Aufsehen sorgte, 2018 kam Album Nr. 2 auf den Markt, auf dem Eva Jagun auch portugiesisch singt.
Mitte Juni erschien nun mit „Transatlântico“ ihr drittes Album. Es umfasst 12 Eigenkompositionen und bewegt sich wie seine Vorgänger stilistisch zwischen Jazz, Pop, Bossa Nova und Samba. Darauf singt die Wahlberlinerin mit ihrer wunderbar leichten mädchenhaften Stimme in Anlehnung an die poetisch-metaphorische Sprache des Bossa Novas über Abschiede, Entbehrungen und natürlich die Liebe, wie sie entsteht und wieder vergeht. Eine tolle Musik für laue Sommerabende!

18. — 24. Juni 2022

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Zur Zeit der Romantik wurde in Deutschland, Frankreich und Russland eine Vielzahl von Instrumentalwerken komponiert. Anders gestaltete sich die Situation damals in Italien, da erlebte die Oper ihre Blütezeit mit Komponisten von Bellini bis Verdi. Manchmal fragt man sich, ob es – abgesehen vom Frühromantiker Paganini – überhaupt nennenswerte Schöpfer von Instrumentalwerken im Italien jener Zeit gab. Die Antwort ist ja. Einer von ihnen war Antonio Bazzini (1818-1897) aus Brescia. Er trat zum einen als virtuoser Geigensolist auf, der von Paganini gefördert wurde und dessen Konzertreisen ihn auch nach Deutschland führten, zum anderen wirkte er als Komponist, der neben einer Oper vor allem Streichquartette, Violinkonzerte und Sinfonien schrieb. Insbesondere seine sechs Streichquartette sind beachtliche Werke. Das dachte sich auch das Quartetto Bazzini aus Italien, das sich gleich nach dem Komponisten benannte, und zunächst die Quartette Nr. 1 und 3 einspielte. Nun hat es die Quartette 2, 4 und 5 aufgenommen. Es ist eine Musik, die wirklich die Möglichkeiten des Streichquartetts nutzt, allerdings muten Bazzinis Quartette oft eher germanisch an als italienisch, gewisse Bezüge zur deutschen Frühromantik lassen sich nicht absprechen. Die vier Italiener bringen die Stücke beherzt und mit Schwung zum Klingen. Eine schöne Entdeckung!

11. — 17. Juni 2022

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Manche Interpretationen von Messiaens Klavierwerken kranken an zu großer emotionaler Distanz. Denn nicht wenige Pianisten, die seine Stücke spielen, kommen aus der Neue-Musik-Szene und bemühen sich um maximale Kontrolle und eine möglichst präzise Umsetzung von anschlagstechnischen und dynamischen Details. Dies führt häufig zu kühlen objektivierenden Deutungen, die die außermusikalische Programmatik, die viele Stücke von Messiaen mitbringen, mehr oder weniger ignorieren. Diese Interpreten haben meist die Befürchtung, Messiaens Stücke auf unangemessene Weise zu romantisieren, wenn sie etwas mehr Wärme und Freiheit zulassen. Doch glücklicherweise gibt es auch Messiaen-Spieler wie Bertrand Chamayou. Der 1981 in Toulouse geborene Künstler, der unter anderem von den Schnabel-Schülern Leon Fleisher und Maria Curcio unterrichtet wurde, bringt warme Farben und einen emotionalen Drive in sein Messiaen-Spiel mit ein, ohne dabei in brahmsisches Fahrwasser zu geraten. Nachhören lässt sich das auf seinem neuen Album, in dessen Zentrum die „Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus“ (zu Deutsch: „Zwanzig Blicke auf das Jesuskind“) stehen. Chamayou nimmt da den „Regard de l’Esprit de joie“ („Blick des Geistes der Freude“) lässig-groovig wie ein modernes Jazzstück, während er „Le baiser de l’Enfant-Jésus“ („Der Kuss des Jesuskindes“) mit innigem Ton und voller Zärtlichkeit darbietet. Im „Regard de l’étoile“ („Blick des Sterns“) wiederum agiert er so abrupt und kraftvoll als schleuderte Zeus persönlich seine Blitze auf die Erde. Apropos Zeus: Spätestens mit diesem Album ist Bertrand Chamayou auf dem Pianistenolymp angekommen.

04. — 10. Juni 2022

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Das Danish String Quartet gehört zu den Streichquartetten, für die Genregrenzen einfach nicht existieren. Ob Bach, zeitgenössische Musik oder Folk, die vier Musiker (drei Dänen und ein Norweger) spielen alles, was sie für musikalisch wertvoll halten. 2015 hat das Quartett seine Debüt-CD beim Label ECM veröffentlicht, mit Werken von Thomas Adès, Per Nørgȧrd und Hans Abrahamsen. Neben einer hochinteressanten CD mit nordischer Volksmusik haben die vier Musiker dort anschließend unter dem Titel „Prism“ eine Serie von fünf Alben gestartet. Dabei werden je ein spätes Beethoven-Quartett und eine Bach-Fuge in den Kontext eines weiteren Meisterwerks aus der Quartett-Literatur gestellt. Auf ihrem aktuellen Album „Prism“ kombinieren die Skandinavier Beethovens Quartett op. 132 mit der Bach-Fuge g-Moll aus Band 1 des „Wohltemperierten Klavier“ (transkribiert für Streichquartett vom Mozart- und Haydn-Freund Emanuel Aloys Förster (1748-1823)) und Felix Mendelssohn Bartholdys zweites Streichquartett op. 13. Das klappt ganz vortrefflich, witzigerweise wirkt die Bach-Fuge in dieser Konstellation wie ein Präludium für das folgende Beethoven-Quartett. Die vier Musiker begeistern durch ein sehr dynamisches Spiel, sehr gute Intonation und eine exzellente Klangbalance. Da das Album – wie bei ECM üblich – auch klangtechnisch hervorragend aufgenommen wurde, bereitet es umso mehr Hörfreude.

28. Mai — 03. Juni 2022

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Zwischen den Welten: Eine Ausnahmeerscheinung in jeder Hinsicht war er, dieser Joseph Bologne, Chévalier de Saint-Georges. Geboren als Sohn eines französischen Adeligen und dessen senegalesischer Haussklavin, musste er bereits als Kleinkind aus Guadeloupe nach Frankreich fliehen. Sein Vater hatte im Duell einen anderen Mann getötet und fürchtete, dass seine Sklavin und sein Sohn als Teil seines Besitzes arretiert und versteigert werden könnten. So erwirkte seine Frau Élisabeth die Erlaubnis, die beiden als Begleitung mit auf eine Reise zu nehmen. Seit dem „Code noir“ von Ludwig XIV. galten die Söhne von Franzosen und schwarzen Sklaven ebenfalls als unfrei. In der Realität wurden sie allerdings mit der Volljährigkeit in die Freiheit entlassen. George Bologne sorgte überdies klug für seinen Sohn vor, indem er ihn von klein auf im Fechten unterweisen ließ, denn das Führen einer Waffe war das „unbestechlichste“ Kennzeichen eines freien Mannes. Doch Joseph Bologne machte in Paris nicht nur mit dem Degen in diversen Schaukämpfen auf sich aufmerksam, er war auch am Bogen ein Meister. Und so kreuzt dieser weithin vergessene Name die Lebenswege von so ziemlich allen, die am Vorabend der französischen Revolution in der Musik etwas zu sagen hatten. Von François-Joseph Gossec wird er wahrscheinlich ausgebildet, dann übernimmt er 1769 zunächst Gossecs Orchestre des Amateurs, bevor er das berühmte Orchester Concert de la Loge Olympique gründet. Er war es zum Beispiel, der bei seinem Namensvetter Haydn die „Pariser Sinfonien“ bestellte. Und er wohnte bei Baron Grimm zur selben Zeit, als der auf Konzertreise durch ihren Tod plötzlich mutterlos gewordene Wolfgang Amadeus Mozart dort 1778 Unterschlupf fand – es ist unwahrscheinlich, dass sie sich nicht über Musik unterhalten hätten. Die Kompositionen Saint-Georges – Sinfonien, Streichquartette und Duos für zwei Violinen – erreichen zwar nie die Fallhöhe der Wiener Klassiker, dafür hatte er auch zu viele Interessen. Doch es sind angenehm unterhaltsame Werke, mal konventionell, mal mit sprühenden Einfällen. Und es schließt eine Lücke, wenn man wie im Falle des Labels Naxos (nicht erst im Zuge der jüngsten Debatten, sondern beharrlich und schon seit geraumer Zeit) dem Chévalier de Saint-Georges, diesem Wanderer zwischen Karibik und Weltstadt, Ancien régime und Revolutionsarmee, mit so ernsthaften und hochmusikalischen Einspielungen (wie hier das Arabella Quartett bei den Streichquartetten) wieder Gehör verschafft.

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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
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