home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Startseite · Klartext · Pasticcio

Uraufführung von Bernhard Langs „Dokumentarische Kammeroper“: Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart singen in Donaueschingen © Sebastian Berger

Pasticcio

Frische Brisen

Es sieht gar nicht so schlecht aus für all die Kultur- und Musikpilgerströme, die sich in diesem Sommer und Herbst endlich wieder ungestört in Bewegung setzen wollen. Denn alleine die großen, namhaft besetzten, wie die kleinen (Nischen-)Musikfestivals scheinen allesamt und ohne Einschränkungen stattzufinden. Was auch für zwei traditionsreiche Spezialistenmeetings gilt, die gerade die Programme veröffentlicht haben. Es sind die Biennale Musica in Venedig im September sowie die Donaueschinger Musiktage im Oktober, die zusammengesehen mit Uraufführungen, aber auch mit Klassikern der Neuen Musik ein breites Panorama der zeitgenössischen Klangkunst präsentieren.
Im Gegensatz zum nahezu reinen Weltpremieren-Festival im Badischen widmet sich die Biennale Musica in der Serenissima vom 14. bis 25. September dem Musiktheater in all seinen auch experimentellen Formen. Kuratiert hat die Biennale die italienische Komponistin Lucia Ronchetti. Und unter dem Motto „Out of Stage“ wird dabei der Bogen geschlagen von skurrilen Musiktheaterszenen à la Mauricio Kagel und seiner Schülerin Carola Bauckholt bis hin zu abendfüllenden Produktionen des Italieners Giorgio Battistelli. Und mit dem Bremer Alexander Schubert, dem Dänen Simon Steen-Andersen sowie dem Tschechen Ondřej Adámek stehen drei Komponisten besonders im Fokus, die mit ihren oftmals hintergründig-humorvollen Stücken traumhafte bis handfeste Bildergeschichten auch im Kopf entstehen lassen.
Bei den Donaueschinger Musiktagen stehen ebenfalls neue Musiktheater-Werke auf dem Programm. So tritt die Sängerin und Komponistin Agata Zubel als Hologramm-Solistin in ihrem von Marcel Proust inspirierten Werk auf. Und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart heben zusammen mit Bassklarinettist Gareth Davis eine „Dokumentarische Kammeroper“ von Bernhard Lang aus der Taufe. Insgesamt 27Uraufführungen und Klanginstallationen sind vom 13. bis 16. Oktober geplant – wobei der prallvolle Konzertwochenend-Reigen noch ganz die Handschrift von Björn Gottstein trägt, der sein Amt als Künstlerischer Leiter im März 2022 an Lydia Rilling übergeben hat. Für die 101. Ausgabe dieses Traditionsfestivals wurden natürlich nur wieder hochklassige Neue Musik-Experten eingeladen, darunter das Ensemble Modern, Carolin Widmann, das SWR Sinfonieorchester sowie das SWR Experimentalstudio.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Dorothee Oberlinger

Gemischtes Doppel

Die Wahl-Kölnerin Dorothee Oberlinger ist die Paganina der Blockflöte. Und auch auf ihrer neuen […]
zum Artikel

Gefragt

Ferenc Snétberger

Reich an Musik

Die Gitarre ist sein Leben – und kaum ein anderer Musiker hat den Jazz auf sechs Nylon-Saiten […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top