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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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(c) Bernd Uhlig

Nicht ohne meine Alte!: Prokofjews "Der Spieler"

Amsterdam (NL), Nederlandse Opera

Die Wiederentdeckung der russischen Oper geht voran. Vor allem dank hochmögender literarischer Vorlagen. Sergei Prokofjews „Der Spieler“ etwa, an der Nederlandse Opera inszeniert von Andrea Breth, erweckt den Eindruck, als habe sich die Regisseurin gesagt: „Das Ding interessiert mich zwar nicht die Bohne, aber der Text folgt ja immerhin Dostojewski. Also: in Gottes Namen!“
Auch gut. Da Prokofjews arienfreie, rhythmisch packende Spielsucht-Oper ein schönes, kleines Werk ist, erfreut man sich an der zwischen Glaskästen und Grünpflanzen dahinkreiselnden Casino-Gesellschaft: Noblesse oblige. Kritischer gesagt: modernes Antiquariat. Doch mit dem Stempel einer Qualitätsregisseurin versehen, der man noch nie den Vorwurf machen konnte, eine Vorlage nicht möglichst ernst genommen zu haben.
John Daszak dreht als Aleksej seinen zinnmatten Tenor-Stift fest und bohrend in die Partitur. Sara Jakubiak (Polina), die vom reüssierenden Glücksritter nichts wissen will, bringt den Kessel-Sopran damenhaft grell zur Geltung. Pavlo Hunka (General) und Georg Nigl (Mr. Astley) sind nasal singende Argumente für eine Fortsetzung der Geschichte auf dem Zauberberg. Ab in die Liegekur!
Das Zentrum der Aufmerksamkeit aber scheint für Andrea Breth wieder einmal die böse Alte gewesen zu sein. Als Babolenka feiert Renate Behle, gewesene Hochdramatische aus Hamburg und Mutter des Tenors Daniel Behle, ihr würdiges Comeback. Immer noch beißt ihr Mezzo trefflich. Mit rostroter Toupier-Tolle wirkt sie wie eine cognacgeschwenkte Herodias aus „Salome“. Ein humoristischer Lichtblick bei einer Regisseurin, die zugibt, dass sie nur deswegen so selten Komödien inszeniert, weil dies so unglaublich viel Arbeit macht.
Da Marc Albrecht am Pult des Resedentie Orkest furios auf die Tube drückt, kommt Breths Russen-Tour als Pauschalreise musikalisch super in Schwung. Dass Schätze wie „Krieg und Frieden“, „Ein Leben für den Zaren“ und Mussorgskis „Khovanschtschina“ ins Abseits geraten sind, darauf macht die Brethsche Initiative immerhin aufmerksam. Selbst Halbherziges hilft.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 1 / 2014



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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