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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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(c) Neda Navee

La Dolce Volta

Luxus in der DNA

2021: Der Phono-Markt wird von drei großen Klassik-Labels beherrscht … der gesamte Markt? Nein! Ein Gallier hört nicht auf, Widerstand zu leisten.

Das Geschäfts-Leben mit dem kleinen Silberling ist nicht leicht für die deutsche Musikindustrie: Seit dem Rekordjahr 1997 ist der Gesamtumsatz von 2,3 Milliarden auf noch nicht einmal mehr 500 Millionen Euro im Jahr 2020, der Klassikanteil darin seit 2011 von 7,4 auf 2,1 Prozent geschrumpft. Da lässt es aufhorchen, wenn in diesem Oktober ein kleines, doch erfolgreiches Label sein zehnjähriges Jubiläum feiert: „La Dolce Volta“. Zehn Jahre lang hatte Michaël Adda zuvor für Calliope Records gearbeitet – bis sein Chef 2010 dort die Studiotüren schloss, weil er keine Zukunft mehr für Klassik-CDs sah. „Doch mir tat es in der Seele weh, dass ich nun all den Musikern ‚Bye-bye‘ sagen sollte, mit denen ich so lange zusammengearbeitet hatte“, erinnert sich der Nordfranzose. „Zumal ich überzeugt war, dass die Krise der CD keine Krise der klassischen Musik war, sondern all diesen Menschen, die ja weiterhin in Konzerte gingen, einfach nur etwas Neues angeboten werden müsste.“ Die Geburtsstunde seines Labels – und die Rückkehr zu einer anderen Form des Musikkonsums als inzwischen üblich im Zeitalter des Streamings, der Playlists und des Nebenbei-Hörens beim Arbeiten und Joggen. „Menschen, die klassische Musik wirklich lieben, schätzen die Compact Disc als ein Stelldichein mit sich selbst, setzen sich daheim in einen gemütlichen Sessel, 2021: Der Phono-Markt wird von drei großen Klassik-Labels beherrscht … der gesamte Markt? Nein! Ein Gallier hört nicht auf, Widerstand zu leisten. Von Christoph Forsthoff um der CD bei einem Glas Wein zu lauschen und im Booklet zu blättern.“ Zumindest in einem der Produktionen von La Dolce Volta: Hochwertiger Hardcover-Einband, dickes Papier, eigene Fotoproduktionen der Künstler sowie Interviews, um mehr über sie und die Werkauswahl des Albums zu erfahren, dazu Biografien und Texte zum Ort der Aufnahme. „Mein Ziel waren von Anfang an CDs, die Büchern gleichen und die zu fühlen und zu riechen einfach Freude macht.“ Offenbar auch den Musikern, denen Adda nicht nur ein exklusives Produkt anbietet – „Luxus ist unsere DNA“ – sondern auch alle künstlerischen Freiheiten. „Wir konnten uns ganz unabhängig überlegen, welche Stücke wie auch eigene Arrangements wir für die Bohème-Atmosphäre unseres Albums auswählen“, erzählt Danae Dörken. Gemeinsam mit dem Bratscher Adrien La Marca hat die Pianistin Kleinode aus Klassik, Film- und Volksmusik zu einem „Chanson bohème“ verbunden, von dessen Produktion mit Adda die Deutsch-Griechin noch immer schwärmt – weil die Umstände sie so überraschten: „Wir haben uns über die kleinsten Details ausgetauscht, und bei der ganzen Planung hat es auch über die künstlerische Seite hinaus immer ein sehr starkes Miteinander gegeben.“ Doch nicht nur die Atmosphäre, auch die Zahlen stimmen bei La Dolce Volta: Bei Auflagen von 3.000 bis 5.000 CDs pro Produktion werden im Schnitt 3.000 Alben von einer Einspielung verkauft. Das ist deutlich mehr als bei den meisten Neuerscheinungen des Marktes (allein mehr als 4.000 Titel im Jahr 2019), die oft keine 500 Exemplare mehr absetzen. Für Adda ist der schon vielfach angekündigte Tod der CD denn auch noch längst keine ausgemachte Sache: „Die Menschen lieben nach wie vor klassische Musik – und eine Welt ohne Klassik wäre ein Trauerspiel!“ Und mit einem selbstbewussten Schmunzeln fügt er hinzu: „Insofern werde ich weiterhin Alben produzieren und mich dem Abgesang entgegenstellen – so wie Asterix und Obelix …“

Erscheint am 29. Oktober:

„Chanson bohème“

mit La Marca, Dörken

La Dolce Volta/hm

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Zuletzt erschienen auf La Dolce Volta:

Schubert

Klaviersonaten D.840 & D.960

mit Jean-Marc Luisada

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Schubert

Streichquartette „Der Tod und das Mädchen“ & „Rosamunde“

mit Quatuor Hermès

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Schostakowitsch, Weinberg

Klaviertrios

mit Trio Metral

Liszt

„Franz Liszt Inspirations“

mit Olivier Latry

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Christoph Forsthoff, RONDO Ausgabe 5 / 2021



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