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Danse

Colin Vallon, Patrice Moret, Julian Sartorius

ECM/Universal 5709323
(46 Min., 2/2016)

Dem Enddreißiger Schweizer Pianisten Colin Vallon gelingt auf dieser von Label-Chef Manfred Eicher betreuten Einspielung das Paradoxon des Schwelgens in Nüchternheit qua reiner Naturklänge. Dabei scheint das zirkuläre Musizieren entsprechend dem Aufnahmeort Lugano von nordisch romantischer Landschaft ebenso geprägt wie von deren Öffnung zum mediterranen Süden. In der ersten Hälfte des nahezu ausschließlich von Vallon komponierten Elf-Titel-Programms dominieren dunkel pochende Obligati, die in reicher harmonischer Ausdeutung arpeggiert umspielt werden. Warm tönend unterstreicht der Kontrabass von Patrice Moret und das lange Zeit rhythmische Komplexität nur aufblitzen lassende Schlagzeug Julian Sartorius‘ die an Minimalismus gemahnenden Kreiselbewegungen. Ab dem vierten Track schleichen sich dann hörbar Akzentverschiebungen in das Geschehen, und Sartorius setzt zunehmend deutlich seine ungewöhnlichen, Verfremdung generierenden Objets-trouvés-Klangquellen ein und verbindet dies nach einer um Geduld ringenden Phase drängender Minimalismen mit einer Auffächerung des geronnenen Pochens in subtil tänzelnde Beckenrhythmen. Landsmann und Labelkollege Nik Bärtsch lässt grüßen, und in historischer Ferne wetterleuchtet Wolgang Dauners frühe ECM-Einspielung „Output“ als krude Vorfom dieser Art des Musizierens. Hier klingt das Programm nicht mit übermütiger Lust an verquer Kratzbürstigem aus, sondern in einer subtil versöhnlichen und entschleunigten Klangrecherche. Der gesamte Ablauf ist wohl gemäß der Singularform des Titels als abstrakte Einheit zu verstehen.

Thomas Fitterling, 18.02.2017



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