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Gioachino Rossini

Rossini (Arien aus „Adelaide di Borgogna“, „Demetrio e Polibio“, „Eduardo e Cristina“, „Matilde di Shabran“, „Semiramide“ & „Tancredi“)

Franco Fagioli, Christos Kechris, Dimitris Vamvas, Sergiu Nastasa, Armonia Atenea, George Petrou

DG/Universal 479 5681
(75 Min., 11/2015)

Obwohl es naheliegt, dass Countertenöre in die bei Rossini so zahlreich zu findenden Hosenrollen schlüpfen, hat es ganze neun Jahre gedauert, bis nach Max Emanuel Cencics erstem Vorstoß in diese Richtung ein weiterer männlicher Hochtöner ein reines Rossini-Recital vorlegt. Wirkte Cencic damals merkwürdig brav und bieder (heute würde er das zweifellos ganz anders angehen), spielt Franco Fagioli seine Virtuosität erfreulicherweise voll aus.
Sieben Arien und Szenen aus mehrheitlich weniger bekannten Opern Rossinis präsentiert der 35-jährige Argentinier: Arsaces „Ah, quel giorno ognor rammento“ aus „Semiramide“ ist die einzige ‚populäre‘ Nummer, bei Tancredis Auftrittsarie dagegen wählt Fagioli die erstmals 1982 von Marilyn Horne eingespielte Alternativfassung, alle übrigen Ausschnitte dürften den meisten kaum bis gar nicht vertraut sein – auch unter Repertoire-Aspekten also ein interessantes Programm.
Die vokale Bewältigung der Partien gelingt Fagioli erwartungsgemäß absolut mühelos, Koloraturen und Spitzentöne stellen ihn vor keinerlei Probleme. Seine im Vergleich zu Stimmfachkollegen eher druckvolle Tonproduktion erweist sich hier im Belcanto-Bereich – gerade in Verbindung mit seiner leicht larmoyanten Grundfarbe – als nicht ganz ideal, ermöglicht zu wenig Charakterisierung und Differenzierung. Eine lohnenswerte Anschaffung ist dieses Album für jeden Opernfan davon abgesehen aber auf jeden Fall.

Michael Blümke, 01.10.2016



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