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Joseph Haydn

Sinfonien Nr. 102 - 104

Cappella Coloniensis, Bruno Weil

Ars Produktion/Note 1 ARS 38064
(77 Min., 2/2013 & 3/2014) SACD

Zwischen 1992 und 1994 sorgte Bruno Weil zusammen mit dem kanadischen Originalklang-Ensemble „Tafelmusik“ für eine Reihe von Einspielungen, die bis heute zu den Highlights der Haydn-Diskografie zählen. Auch die sechs Pariser Sinfonien waren darunter, auf das Londoner Dutzend wartete man damals vergeblich. Das ist Weil erst in den vergangenen Jahren mit "seiner" Cappella Coloniensis angegangen: Während der Residenz des Orchesters in der Philharmonie Essen setzte er die Werke immer paarweise aufs Programm, und das kleine Label Ars Produktion war so umsichtig, diese Konzerte live – und in exzellentem Mehrkanalton – mitzuschneiden.
Mittlerweile liegt die vierte und abschließende SACD vor, die ebenso uneingeschränkt zu loben und empfehlen ist wie die vorherigen. Auch wenn die Cappella Coloniensis mit knapp 40 Musikern für diese letzten Haydn-Sinfonien recht klein besetzt ist, muss man hier absolut nichts entbehren. Lustvoll zupackend und energiegeladen kommen diese Interpretationen daher, wahren dabei aber stets auch Eleganz und Leichtigkeit. Orchester wie Dirigent lassen keinen Zweifel daran, dass sie bei Haydn ganz zu Hause sind. Und Weils gut zehnminütige Erläuterungen zu jedem Werk, die sich auf einer Bonus-CD finden, sorgen dafür, dass auch der Hörer nach dem Genuss ein bisschen vertrauter mit diesem unerschöpflich faszinierenden Komponisten ist. Schade, dass es nur zwölf Londoner Sinfonien sind.

Michael Blümke, 08.08.2015



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