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Now This

Gary Peacock

ECM/Universal 4715388
(58 Min., 7/2014)

Es spricht für die außergewöhnliche musikalische Partnerschaft, die den 80-jährigen Meisterbassisten Gary Peacock mit dem 13 Jahre jüngeren Pianisten Marc Copland verbindet, dass der eine problemlos Triomitglied unter der Führung des anderen werden kann. Copland, der spätere Meister harmonischer Sophistication, hat in seinen Anfängen das zur Linearität gezwungene Saxofon gespielt, und Peacock, der für die virtuose Linearität des Kontrabasses steht wie sonst wohl nur noch Scott LaFaro, war zu Beginn seiner Karriere Pianist. Beide ergänzen sich idealtypisch, und es verbindet sie der Bezug auf die offene Trio-Konzeption des impressionistischen Romantikers Bill Evans. Copland, der Feingeist mit dem sensibel modellierenden Anschlag und einem Sinn für diskursive Lakonik, weiß um die Kunst des Zuhörens und des Warten-Könnens. Peacocks Musik setzt auf diese Tugenden, lässt immer wieder weiten Raum, in den hinein der Bass warm tönend seine klar konturierten Linien entwickelt; sie lässt Raum aber auch für kräftigere Impulse des Schlagzeugers Joey Baron. Dieser sonst Funk und anderen kräftigen Beats durchaus zugeneigte Musiker schafft hier herrlich sensible klangrhythmische Komplementärstrukturen aus dem Geiste eines Paul Motian, des legendären Drummers des Evans-Trios. Mit „Gloria’s Step“ von Scott LaFaro, dem einzigen der elf Titel, der nicht von einem Mitglied des Trios stammt, wird dieses Programm um den Kern von sieben Peacock-Stücken vollends zu einer heimlichen Hommage an LaFaro, Motians Partner im apostrophierten Trio, und zu einer beglückenden Bestätigung des geflügelten Wortes: „Nichts kann einen Kontrabass ersetzen.“

Thomas Fitterling, 18.07.2015



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