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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Introducing M-Base – Brooklyn In The 1980s

Steve Coleman, Cassandra Wilson, Greg Osby

Winter & Winter/Edel 1002222WIN
(68 Min., 1985 - 1990)

Es ist 31 Jahre her; Stefan Winter arbeitet bei Enja, um den Beruf des Plattenproduzenten zu erlernen. Da fällt ihm die Demoaufnahme des jungen schwarzen Altsaxofonisten Steve Coleman in die Hand, die selbstbewusst anders klingt. Im Jahr darauf lernt er den charismatischen Musiker in New York kennen. In Brooklyn ist Coleman die Zentralfigur eines Kreises von jungen schwarzen Musikern, der sich M-Base nennt und sich quasi als Gegenbewegung zur vorwiegend weiß geprägten experimentellen Downtown-Szene mit Tim Berne versteht. Mit der Rückbesinnung auf afrikanische Kultur und Bebop-Einflüsse, mit vertrackten Rhythmen, komplexen Gruppenkompositionen und dem Bewusstsein um den Free Jazz atmet die M-Base etwas vom Geiste der Sun Ra Community. Doch während die Mitglieder des Sun Ra Arkestra ganz im Kosmos ihres Leaders aufgehen, ist Bewahrung der eigenen Identität oberstes Gebot bei M-Base. Man verweigert sich den allgegenwärtigen Untiefen der Jazz-Rock-Fusion ebenso wie dem strikten Traditionalismus eines Wynton Marsalis oder der Ästhetisierung des Wohlklangs à la Keith Jarrett.
Radikale, individuelle Neuinterpretationen aus den Urelementen des Jazz entstehen im lockeren Miteinander der M-Base-Musiker; oft ist Steve Coleman selber mit von der Partie. Mit ihm produziert Winter 1985 ein Album und macht sich mit dem Label JMT, Jazz Music Today, selbstständig. Jetzt, dreißig Jahre später, nach einer ebenso singulären Entwicklung wie die eines Manfred Eichers, feiert Stefan Winter mit einer Reihe von sorgfältig aufbereiteten Kompilationen aus seinem Back-Katalog das Jubiläum des eigenen Labels unter dem Dach von Winter & Winter. Die Rückbesinnung auf das Initialalbum mit Coleman und die weiteren Produktionen mit Musikern aus dem M-Base-Umfeld bildet den Auftakt. Diese Platten haben wesentlich dazu beigetragen, nicht nur Steve Coleman, sondern auch eine Cassandra Wilson, die Pianistin Geri Allen, die Saxofonisten Greg Osby und Gary Thomas, die Gitarristen Kevin Eubanks und Jean-Paul Bourelly, sowie den Posaunisten Robin Eubanks und den Schlagzeuger Marvy Smitty Smith durchzusetzen. Überraschend frisch klingen diese 15 kurzen Tracks; so spannend aktuell kann Rückschau sein.

Thomas Fitterling, 09.05.2015



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