Responsive image

Book Of Family Affairs

Patrick Bebelaar, Herbert Joos, Günter Lenz

HGBS/Fenn HGBS 20036
(47 Min., 8/2013)

Seit Jahren steht dieses Trio, das ein Generationenspektrum des reifen Mannesalters eröffnet, gemeinsam auf der Bühne. Nun gibt es einen Tonträger dieser Formation, die sich gerne als Familie versteht, als eine, die geprägt sei von der absoluten Freiheit ihrer Mitglieder, die ihre Eigenarten und Marotten in Respekt und gemeinsamer Suche ausleben dürften bzw. sollten. Da kommt einiges zusammen.
Der 75-jährige Bassist Günter Lenz war einst schalkhafter Motor des legendären Albert-Mangelsdorff-Quintetts, bevor er ein Pionier des Fusion Jazz und schließlich ein Big-Band-Spezialist wurde; der knapp 74-jährige Herbert Joos gehörte zu den frühen Vertretern des Free Jazz und wurde dann als ein Virtuose, der über die gesamte Bandbreite der Jazzstilistik verfügt, zu einem beseelten Balladeninterpreten beim Vienna Art Orchestra; der dreißig Jahre jüngere Patrick Bebelaar schließlich machte sich einen Namen als Pianist, der spätromantische Virtuosität mit der aktuellen Jazzklavierentwicklung verbindet. All diese Erfahrungen fließen in das Programm der CD ein, die weitgehend von reflektiven, ja melancholischen Momenten geprägt ist. Es gibt da manch aufjubelnd Pianistisches und viel aus der gestopften Trompete Gehauchtes. Respektvolles Aufeinander-warten-Können und verständnisvolle Antworten auf dem Punkt prägen das ungeheuer plastisch aufgenommene Geschehen. Leider lässt sich die Scheibe dem Cover nur schwer entnehmen, und bedauerlicherweise erfährt der Vorname des bewidmeten exzentrischen Genies, Thelonious Monk, eine wohl unausrottbare Verkürzung.

Thomas Fitterling, 08.02.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man eine Umfrage über die Lieblingsjahreszeiten machen würde, dann würde der Winter dabei vermutlich eher schlecht abschneiden. Zu kalt, zu nass, zu dunkel – so die landläufige Meinung über diesen introvertierten Bruder des sonnensatten Sommers und der farbenfrohen Übergangszeiten. Nur Weihnachten, das bildet ein kleines, gemütliches (wenn auch für viele nicht unstressiges) Glanzlicht in der Winter-Tristesse. Doch der Winter ist weit mehr als nur die dunkle Jahreszeit, das hat […] mehr »


Top