Responsive image

East Coast Blow Out

Jim McNeely

Jazzline/Delta Music N77010
(53 Min., 9/1989)

Der 65-jährige amerikanische Pianist und Komponist Jim McNeely gehört als Arrangeur und Big-Band-Leiter zu den legendären Größen seines Faches. Er war jahrelang Pianist und Arrangeur der Thad Jones/Mel Lewis Big Band, die in den siebziger und achtziger Jahren in New York den Big Band Sound neu definierte. Er arbeitete u.a. mit dem Danish Radio Orchestra und steht heute der hr Big Band vor. Im Jahre 1989 realisierte er mit der Kölner WDR Big Band ein Projekt, das auf dem Lipstick Label veröffentlicht wurde und das im Downbeat, dem wohl renommiertesten Jazzmagazin weltweit, mit fünf Sternen die Höchstbewertung erhielt. Sammler zahlten dafür Höchstpreise.
Jetzt wird das Album, lizenziert durch die WDR mediagroup, auf Jazzline neu aufgelegt. Die Einmaligkeit dieser Musik besticht auch heute noch: Das Kölner Orchester entwickelt hier durch das äußerst dynamische, bestens eingespielte New Yorker Rhythmusteam aus McNeely am Klavier, Marc Johnson am Bass und Adam Nussbaum am Schlagzeug echte East Coast Qualitäten. Die Blech betonenden, sich raffiniert immer neu auffächernden McNeely-Arrangements werden als orgiastisches Fest von Klang und Rhythmus umgesetzt. Im Zentrum steht dabei als Hauptsolist, auf den diese Klänge zugeschnitten sind, der Gitarrist John Scofield. Immer wieder Funken stiebend reiben sich seine hochintelligenten und doch deftiges Bauchfeeling vermittelnden Linien mit den Bläserriffs. Fünf herrlich lange Sätze währt das Suitenwerk McNeelys. Neben dem Hauptsolisten Scofield kommen kurz auch Johnson, Nussbaum und McNeely selbst zum Zuge.

Thomas Fitterling, 01.02.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top