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Unity 6 – Rot

Ernst Bier

Jazzwerkstatt/Naxos jw 145
(62 Min., 6/2012)

Immer noch wird dem Schlagzeuger Ernst Bier, diesem Musiker, der aus der großen Elvin-Jones-Tradition kommend sich immer wieder auch in freie Gefilde begibt und mit nahezu allen wichtigen Musikern der Moderne diesseits und jenseits der Trennungslinie zur Avantgarde gespielt hat, nicht die verdiente Aufmerksamkeit zuteil. Diese CD hätte das Potenzial dies zu ändern. Der Wahlberliner Bier hat mit fünf weiteren Wahlhauptstädtern ein Sextett zusammengestellt, das eine äußerst schlüssige und vergnügliche Musik aus der Schnittmenge von moderner Tradition und Free-Elementen gestaltet.
Da klingt Jack DeJohnettes Special Edition an, und der karnevaleske Übermut des seligen Willem Breuker Kollektiefs feiert übermütige Urständ. Regis Molina klingt am Altsaxofon wie ein Johnny Hodges, der seinen Charlie Parker verinnerlicht hat, und auf dem Bariton entwickelt er die Energetik eines Hamiet Bluiett. Matthias Schubert am Tenorsaxofon weiß viel von Heinz Sauer, und einem Gerhard Gschlößl an der Posaune ist zwischen Roswell Rudd, Albert Mangelsdorff und alpenländischer Blasmusik nichts fremd; der Pianist Kelvin Sholar verbindet Jaky Byard mit Don Pullen, und Jonathan Robinson am Kontrabass findet für all die Individualisten die richtige Unterfütterung, greift dafür auch schon mal zum Banjo. Das Sextett spielt weitgehend Kompositionen seiner Mitglieder und die werden in ausgewogenen originellen Verlauf-Arrangements dargeboten; Ernst Biers diskreter Beat organisiert sie – unspektakulär ‒ in bunter Farbigkeit.

Thomas Fitterling, 24.08.2013



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