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Further Explorations

Chick Corea, Eddie Gomez, Paul Motian

Concord/in-akustik 08433364
(137 Min., 5/2010) 2 CDs

Der Pianist Chick Corea liebt die Zusammenarbeit mit epochal stilbildenden Schlagzeugern – man denke nur an die denkwürdigen Einspielungen mit Roy Haynes. Vor zwei Jahren kam es im New Yorker „Blue Note“ zu einem Gastspiel mit dem inzwischen verstorbenen Paul Motian. Vor 53 Jahren hatte er im Trio des Pianisten Bill Evans die Grammatik des Triospiels nach den Regeln der Reduktion und Gleichberechtigung faszinierend neu mitformuliert; dem Jazz wurde da eine neue Innerlichkeit eröffnet, ohne die all die heute so angesagten Pianisten nicht denkbar wären. Im „Blue Note“ war mit Bassist Eddie Gomez ein weiterer Evans-Alumnus mit dabei; elf Jahre spielte Eddie Gomez bei Evans, und so nimmt es nicht Wunder, dass es sich bei den „Further Explorations“ um Erkundungen auf dem Terrain der Evans-Tradition handelt. Paul Motian war zur Zeit des Auftritts schon längst zum Großmeister des radikalen Weglassens geworden, dass es verwundert, mit welcher Selbstverständlichkeit er sein Spiel von einst fortführt und doch in jeder Phase jetztzeitig musiziert. So wird überraschend eine Nähe zu Roy Haynes deutlich – nur dass Motians Sophistication ganz ohne hippen Snap-Crackle-Zierrat daherkommt. Auch Chick Corea besinnt sich auf die Tugend der Reduktion, verzichtet weitgehend auf überbordende Pianistik und zollt in verinnerlichter Annäherung mit einem Evans-geprägten Programm der Pianolegende bewegend Respekt. Schade, dass die hinreißenden Exkurse des Basses oft unnatürlich elektrisch wirkend abgebildet werden.

Thomas Fitterling, 24.03.2012



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