Responsive image

Huljo

Christian Muthspiels Yodel Group

Material Records/harmonia mundi MRE034-2
(60 Min.)

Bei der neuesten CD des österreichischen Posaunisten und Pianisten Christian Muthspiel handelt es sich um die Neuauflage seiner Yodel Group, mit der er seit 2009 Furore macht. Damals führte er für eine Auftragskomposition des Saalfeldener Jazzfestivals alpenländische Folklore und aktuellen Jazz zusammen. Dabei wusste Muthspiel genau, was er da machte und macht, ist er doch bekennend Teil der Überlieferungskette dieser archaischen Musiktradition. Jetzt will er sie, wie er im Booklet schreibt, weiterdenken, ihr mit dem Jazz ein neues musikalisches Umfeld angedeihen lassen, wobei immer der jeweilige Jodler als Ausgangspunkt und Grundlage hörbar bleiben soll.
Was eine heikle und geschmäcklerische Sache hätte werden können, gelingt Herz und Verstand erfreuend vom ersten Ton an. Authentizität bei den Ausführenden und ihr Respekt vor dem Material spielen dabei die entscheidende Rolle. Mit dem Saxofonisten Gerald Preinfalk hat Muthspiel einen kompetenten Landsmann zur Seite. Der Westschweizer Trompeter Matthieu Michel und der französische Vibrafonist Franck Tortiller sind Spezialisten des „folklore imaginaire“ und verleihen den Arrangements Muthspiels einen Hauch welscher und mediterraner Leichtigkeit. E-Bassist Jerome Harris und Schlagzeuger Bobby Previte aus New York, der Hauptstadt des Jazz und Brennpunkt aller Folklore dieser Welt, verleihen dem schweren Drehgefüge manchen Jodlers einen raffinierten rhythmischen Top-Spin und sorgen für die entsprechende Blues- und Jazzvererdung. Kein bisschen dröge ist diese Musik und macht gehörig Laune.

Thomas Fitterling, 04.02.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top