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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Mit dieser Aufzeichnung der "Rusalka" aus dem Münchner Nationaltheater ist eines der fesselndsten Bühnenereignisse der letzten Jahre auf DVD erhältlich. Martin Kušej, der gerne auch mal eine 'eigene' Geschichte erzählt, weil er dem vorgegebenen Werk nicht traut bzw. nichts mit ihm anfangen kann, bringt hier ein unglaublich dichtes, packendes Drama auf die Bühne. Er deutet Dvořáks Dreiakter radikal neu, aber absolut stimmig und textkonform, und kann dabei auf ein enorm engagiertes Sängerensemble zählen, das seine Intentionen mit großer Hingabe und Leidenschaft umsetzt.
Allen voran Kristine Opolais in der Titelpartie, die ein schlicht spektakuläres Rollenporträt mit stimmlichem und körperlichem Totaleinsatz bietet. Was die junge Lettin, die verhältnismäßig kurzfristig für die ursprünglich vorgesehene Nina Stemme eingesprungen ist, hier bietet, ist überragend, eine der größten singdarstellerischen Leistungen seit vielen vielen Jahren! Für diese Aufgabe auf ihr Met-Debüt zu verzichten, dürfte sich für Kristine Opolais mehr als auszahlen bzw. bereits ausgezahlt haben, eine bessere Visitenkarte für die internationale Opernszene lässt sich kaum vorstellen.
Erfreulicherweise ist sie mit einer Ausnahme auch von erstklassigen Kollegen umgeben. Klaus Florian Vogt fügt seinem Repertoire mit dem Prinzen eine weitere anspruchsvolle Partie hinzu, die bei ihm so mühelos klingt wie bei keinem anderen. Bei der fremden Fürstin dürfte allerdings ein 'type casting' den Ausschlag gegeben haben, das kaum mehr kontrollierbare Vibrato von Nadia Krasteva kann jedenfalls nicht der Grund für ihr Engagement gewesen sein. Dafür entschädigen aber Janina Bächles Hexe und der Prachtbass von Günther Groissböck als Wassermann. Auch Dirigent Tomáš Hanus leistet, von gelegentlichen Forte-Exzessen abgesehen, ganze Arbeit und vervollständigt damit das Opernglück.

Michael Blümke, 09.07.2011



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