Responsive image
George Gershwin, Leonard Bernstein

Rhapsody In Blue, West Side Story

Katia & Marielle Labèque, Gonzalo Grau, Raphael Séguinier

KML/Edel 1087121KML
(58 Min.)

Die beiden Labèque-Schwestern gehören zu den Künstlern, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Karriere beschlossen haben, ihre Aufnahmetätigkeit künftig selbst in die Hand zu nehmen, und deshalb ein eigenes Label gegründet haben. Eine Handvoll CDs sind so mittlerweile erschienen, jede davon demonstriert eindrucksvoll die künstlerische Unbedingtheit von Katia und Marielle. Nach Ravel, Mozart, Schubert, Strawinsky und Satie legen sie jetzt Gershwins "Rhapsody in blue" und die auf Wunsch von Leonard Bernstein eigens für sie von Irwin Kostal (dem Orchestrator des Werkes) arrangierte Version der "West Side Story" für zwei Klaviere und Perkussion vor.
Wieder überzeugen sie durch ihr extrovertiertes, mitreißendes Spiel, dem sie auch die gerade bei diesem Repertoire unabdingbare Menge 'Schmutz' beimengen, denn mit einer glatten, virtuos-makellosen, allzu 'klassischen' Interpretation wird man diesen Werken nicht gerecht. Dass die Labèques technisch alles draufhaben, versteht sich von selbst, sie sind nach wie vor (und wohl noch für einige Zeit) die unbestrittenen Duo-Königinnen. Das Temperament der Jugend haben sie sich bis heute erhalten und es durch die Jahre noch mit einer unglaublichen klangsinnlichen Raffinesse verfeinert, sie stellen die perfekte Balance von Kopf, Herz, Bauch und Händen dar. Und die von klassischer und nicht-klassischer Musik. Bernsteins "Jet Song" beispielsweise würde jedem Jazzpianisten zu höchsten Ehren gereichen, der "Mambo" fetzt, "Cool" groovt – und das Ganze wird so farbig serviert, dass man die Sänger gar nicht vermisst.

Michael Blümke, 25.06.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top