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Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonien Nr. 39 KV 543 & Nr. 41 KV 551

English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner

Soli Deo Gloria/harmonia mundi SDG 711
(67 Min., 2/2006)

Mit seinen live mitgeschnittenen Interpretationen der vier Brahms-Sinfonien hat er zu Recht Furore gemacht. Jetzt gönnt John Eliot Gardiner seinen Fans erneut einen kleinen Seitensprung von Bach. Bereits vor fünf Jahren spielte der Dirigent mit seinen English Baroque Soloists zum Abschluss einer umfangreichen Mozart-Tournee in der Londoner Cadogan Hall die Sinfonien Nr. 39 & 41 des Salzburger Meisters und ließ die Mikrophone mitlaufen. Die Zuhörer im Saal konnten das Ergebnis damals am Ende des Abends in Form einer gebrannten CD erwerben und mit nach Hause nehmen – eine Premiere in Großbritannien. Für die breite Öffentlichkeit macht der Maestro die Bänder erst jetzt zugänglich. Er hätte vielleicht darauf verzichten sollen.
Gardiners Mozart ist sehr kurz phrasiert, er atmet und entfaltet sich nicht genug. Gewiss, das Orchester ist – wie eigentlich immer – exzellent und demonstriert höchste Spielkultur, doch wirkt alles lediglich brillant umgesetzt und nicht wirklich leidenschaftlich durchpulst. Ein Gefühl der Unterkühltheit stellt sich ein, bei aller effektvoll vorgeführten Pseudo-Erregtheit fehlt dennoch echter mitreißender Schwung. Man muss nur René Jacobs mit dem Freiburger Barockorchester hören, um zu wissen, wie Mozarts späte Sinfonien klingen sollten.

Michael Blümke, 19.03.2011



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