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Green

Hank Roberts

Winter/Edel 9101412WIN
(57 Min., 6/2007) 1 CD

Zwei Jahrzehnte lang fragte man sich, was denn aus Hank Roberts geworden sei. In den 80er Jahren war der Cellist ein eminenter Vertreter der weiß und intellektuell geprägten New Yorker Downtown Avantgardeszene, und seine Alben für JMT, dem Winter & Winter-Vorgänger-Label, hatten durchaus etwas Kultiges. Jetzt, nach einer langen Familienauszeit, ist er in die Szene zurückgekehrt und hat mit dem französischen Gitarristen Marc Ducret und dem amerikanischen Schlagzeuger Jim Black ein Album eingespielt. Wie zu erwarten spielen die drei gegen die klassische Triokonvention an, die da nach einem Walking Bass und einem Solisten verlangt. Schwebeklänge, folkhafte Motivik, die immer wieder auch vom Leader vokal Indianisches zitiert, und dann mitunter doch deftigere bassunterfütterte rockige Momente prägen diese statische Musik, die eher mit flächigen Klängen, denn mit Virtuosentum zu überzeugen sucht. War der frühe Hank Roberts ein Vitalist mit Saiten und Bogen, ist er als Mittfünfziger so etwas wie ein Zerebralesoteriker der freien Improvisation und kalkulierten Soundmontage. Da mögen Ducret und Black mit Vergnügen noch so sehr den schrägen Hau pflegen, irgendwie ist um diese Musik ein forciertes Wollen, das kühle Distanz schafft.

Thomas Fitterling, 28.03.2008



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