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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse

Arrangements für Klarinetten und Bassetthorn: zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und den Gebrüdern Doppler

Trio di Clarone, Kalle Randalu

AVI Music/Alive 553001
(61 Min., 1/2005) 1 CD

Musik komponieren heißt nicht allein, sich von der Muse küssen zu lassen. Der schöpferische Geist braucht den praktizierenden Erbauer und Spieler eines Instruments. Mozart traf auf den Klarinettenvirtuosen Anton Stadler, den brillantesten Anwalt eines gerade im Aufwind begriffenen Holzblasinstruments, der Klarinette. Er verbesserte ihre Technik und erweiterte ihren Tonumfang, hinab in bisher unerschlossene dunkelsatte Tiefen. Erschaffen war das Bassetthorn, auch Clarone ("Großklarinette") genannt: Eine Art Alt-Klarinette, die dann noch vom Kontra-Bassetthorn um eine weitere Oktave unterboten wurde.
Das Trio di Clarone, vor mehr als 20 Jahren von Sabine Meyer, ihrem Bruder Wolfgang und ihrem Ehemann Reiner Wehle gegründet, ist eigentlich ein altes EMI-Team. Jetzt hat es sich, ergänzt vom Pianisten Kalle Randalu, unter dem Label AVI Music getroffen. An einer Auswahl von arrangierten Opern-Highlights erprobt es sein nimmermüdes Spiel- und Klangpotential in variablen Duo-, Trio- und Quartett-Zuordnungen, mit Klarinetten, Bassetthörnern und in fünf von neun Fällen auch dem Klavier. Die Arien aus "Così fan tutte" und "Don Giovanni" in der Einrichtung von Rainer Schottstädt machen dabei den hellsten Aha-Effekt. So plastisch und kontrastreich wie Schottstädt färbt (instrumentationsbedingt) kein anderer der Bearbeiter die vertrauten Melodien um ("Don Giovanni" in Grat- und Tiefenwanderungen mit drei Bassetthörnern!). Wolfgang Meyer macht Rosinas "Una-voce"-Hit (aus Rossinis "Barbier") zum Bravourstück für einen Primo Uomo der Klarinette. Reiner Wehle trumpft mit dem vielleicht wertvollsten Stück des Programms auf: mit Carl Maria von Webers Klarinetten-Variationen über ein Thema aus der eigenen Oper "Silvana". Sabine Meyer allerdings, der ausgewiesene Star des Ensembles, hat sich für ihren Solo-Auftritt das nicht gerade witzigste Arrangement reserviert: ein von Zufälligkeiten diktiertes, dramaturgisch unorientiertes "Rigoletto"-Potpourri von Luigi Bassi.

Karl Dietrich Gräwe, 12.11.2005



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