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Erich Wolfgang Korngold

Sinfonie in Fis u.a.

Barbara Hendricks, Philadelphia Orchestra, Franz Welser-Möst

EMI 5 56169 2
(63 Min.) 1 CD

Erich Wolfgang Korngold war Wunderkind und Darling Wiens, als das Jahrhundert so jung war wie er. Bis zu seinem Tod 1957 blieb er dieses Wunderkind – aber von Darling keine Rede mehr. Nur noch Abwandlung, bisweilen Verfeinerung, desselben Kompositionsprinzips, das war aus der Mode. Dennoch schuf er anno 1952 noch eine Art Kulminationspunkt seiner Ästhetik, die Sinfonie Fis-Dur, durch die sein Score zum Film „The Private Lives of Elizabeth and Essex“ spukt wie ein biografischer Reflex, ein Hinweis auf etwas. Nur worauf?
Rudolf Kempe hat das Werk Anfang der Siebziger aus seinem spinnwebverhangenen Dornröschenschlaf erweckt, seine Einspielung ist auch heute noch die spannendste. Aber Franz Welser-Möst dirigiert das bessere Orchester; kunstreich beschwört er damit das seidige Halbdunkel und die züngelnde Brillanz. Atmosphärisch dicht sind auch vier der „Sechs einfachen Lieder“ op. 9 (Korngold komponierte sie mit fünfzehn) sowie das „Lied der Marietta“ aus der Oper „Die tote Stadt“. Die Sopranistin Barbara Hendricks interpretiert diese Sumpfdotterblüten (von wegen einfach!) mit flackernd-nervöser Stimme – also richtig.

Thomas Rübenacker, 31.01.1997



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