Responsive image
Rodion Schtschedrin, Igor Strawinski, Peter Iljitsch Tschaikowski

Concerto Cantabile, Violinkonzert, Sérénade mélancholique

Mstislaw Rostropowitsch, London Symphony Orchestra, Maxim Vengerov

EMI 7243 5 56966 2 5
(60 Min., 6/1999) 1 CD

Eine Brise russischer Sentimentalität weht durch diese Einspielung: Es liegt an den Interpreten, es liegt am Repertoire. Mit dem Veteranen Mstislaw Rostropowitsch am Dirigentenpult und dem jungen Geiger Maxim Wengerow als Solist in einem russischen Programm trafen sich zwei prominente Vertreter verschiedener Generationen der russischen Streicherschule.
Das stärkste Argument für diese Einspielung ist jedoch eine Komposition: das "Concerto Cantabile", welches der Komponist Rodin Schtschedrin für Wengerow geschrieben hat. Schtschedrins eklektischer Stil vereint melodische Wendungen der russischen Folklore mit Elementen der Moderne und orientiert sich stark an Schostakowitsch. Wengerow betont die lyrische Seite des Werks, sein Spiel strahlt innere Ruhe und kontrollierte Melancholie aus, ohne langweilig oder leblos zu wirken. Sein Ton ist rund, aber schlank mit wohldosiertem Vibrato.
Diese Grundhaltung kommt auch dem schlichten Violinkonzert von Strawinski zu Gute. Tschaikowskis sentimentale Serenade wirkt dagegen süßlich und fade. Liegt es an dem sehr langsamen Tempo oder an der ruhigen Haltung Wengerows, die die hier nötige Dramatik verhindert? Beachtenswert bleibt der Versuch, dieses von Generationen von Geigern verkitschte Werk zu rehabilitieren.
Rostropowitsch agiert bei allen Werken im Hintergrund, und es ist schade, dass ein solch dynamischer Klangkörper wie das Londoner Sinfonieorchester sich kaum über eine begleitende Funktion erheben darf. Mit Wengerow als einzigen Protagonisten klingt das Ganze doch etwas einseitig, nerv- und leblos.

Kleopatra Sofroniou, 01.06.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top