Responsive image

Groovin’ High Feat. Randy Brecker

Oliver Strauch

Rodenstein Records/Soulfood Rod 33
(60 Min., 12/2006)

Da tut sich unüberhörbar ‘was zwischen Neckar und Saar: origineller, Laune machender Straight-ahead-Jazz feiert auf dem Mannheimer Label "Rodenstein" ausgelassene Urständ. Jetzt ist auch noch die amerikanische Trompetenlegende Randy Brecker mit von der Partie und lenkt als Mitglied von Oliver Strauch’s Groovin’ High-Sextett die Aufmerksamkeit auf diese ungewöhnliche Formation. Ihr Leader, Oliver Strauch, ist Schlagzeuger, aber eben nicht nur dies, er hat auch alle Titel dieser CD arrangiert, drei Monkkompositionen, je eine Mingus- und Cedar-Walton-Nummer, einen Standard und fünf Originals der Bandmitglieder. Die Besetzung von Trompete, Tenorsaxofon, Baritonsaxofon und Klavier, Bass und Schlagzeug ist fast eine Mini-Big-Band, und Strauch weiß diese Möglichkeit geschickt zu nutzen, ohne sich dabei in den Fallstricken einer Über-Sophistication zu verstricken. Aber nicht nur die Rolle des Schlagzeugers ist ungewöhnlich, auch der Baritonsaxofonist der Band, August-Wilhelm Scheer, ist etwas Besonderes; der ist nämlich nicht Berufsmusiker, sondern "im richtigen Leben" Professor für Wirtschaftsinformatik und IT-Unternehmer. Der 66-jährige Altjazzer Scheer und der 41-jährige Strauch sind das organisatorische Rückgrad einer Band, die ganz genau um ihre Stärken weiß und daher keine Schwächen zeigt. Gewaltig geht da die Hard- und Neo-Bop-Post ab, wie man im Jargon dieser Musik sagt, und es ist eine Freude Randy Brecker in Hochform wieder einmal in einem Straight-ahead-Kontext zu erleben. Muss es noch erwähnt werden? Oliver Strauch ist ein hervorragender, ganz dem Ensemble dienender Schlagzeuger.

Thomas Fitterling, 28.12.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top