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The London House Sessions

Oscar Peterson-Trio

Verve/Universal 531 766-2
5 CDs

Die Freunde der jazzpianistischen Jahrhunderterscheinung Oscar Peterson werden verwöhnt. Verve veröffentlicht das gesamte Material der vielbesungenen London House Sessions als aufwendiges Fünf-CD-Paket. Dort werden zu den ursprünglich auf vier LPs publizierten Aufnahmen volle zwei CDs nachgetragen.
Im Sommer 1961 trat Oscar Peterson zehn Tage lang im Chikagoer Jazzclub „London House“ auf. Zwei Jahre zuvor hatte er in seinem Trio den Gitarristen durch den Schlagzeuger Ed Thigpen ersetzt. Das Trio, dem noch der Meisterbassist Ray Brown angehörte, befand sich also in einem Stadium, bei dem sich Aufeinander-Eingespieltsein und Frische im Umgang miteinander die Waage hielten. Peterson selbst befand sich auf einem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. All diese positiven Momente wurden durch die anregende Clubatmosphäre zu höchster Sensibilität mobilisiert, und Aufnahmen kraftvoller Spielfreude und ungeheurer, doch stets kontrollierter Wucht sind so entstanden. Angesichts der Ereignishaftigkeit der dokumentierten Petersonschen Musik fallen die geringfügigen klanglichen Abstriche, die es bei derartigen Aufnahmen immer zu machen gilt, nicht ins Gewicht.
Schade nur, dass das Paket in einem unhandlichen geschmäcklerischen Spiralalbum daherkommt und darin der Druck des Essays zu Petersons Stilistik von Michael Ullman nicht gerade der Leserlichkeit dient; dabei sind diese Ausführungen ganz hervorragend und erfrischend kritisch, so dass sie auch Peterson-Gegner überzeugen.

Thomas Fitterling, 31.12.1996



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