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I’ll Be Easy To Find

Teri Thornton

Verve/Universal Jazz
(52 Min., 6/1997) 1 CD

Manchmal gibt es sie doch, die fast märchenhaften Wendungen im harten Leben des Musik-Geschäfts. Vor siebenunddreißig Jahren war Teri Thornton eine gefeierte Sängerin. Doch zunehmend ließen Beatles und Rolling Stones den Standard-Vokal-Jazz alt aussehen. Die Karriere der Sängerin begann zu stocken, zumal sie noch mit persönlichen Problemen zu kämpfen hatte, und kam schließlich ganz zum Erliegen. Erst zu Beginn der achtziger Jahre fing Teri Thornton wieder zu spielen an; in Hotel-Lounges arbeitete sie als singende Pianistin.
Das würde sie wohl noch heute tun, hätte es nicht das Wunder von Washington gegeben: Aus der „Thelonious Monk International Vocal Competition“, einer Veranstaltung eher für Newcomer, ging sie 1998 als strahlende Siegerin hervor. Jetzt ist sie bei Verve unter Vertrag und legt ihre erste CD vor. In der immer größer werden Schar der Sängerinnen fällt sie mit ihrer einmaligen Stimme auf. Die besitzt die reife Dramatik einer Shirley Horn gepaart mit der Beweglichkeit einer Sarah Vaughan. Mit einer bestens besetzten Begleit-Combo bietet Teri Thornton ein abwechslungsreiches Programm, bei dem der Blues nicht zu kurz kommt. Immer wieder ist es packend, wie sie den Texten Authentizität verleiht; nur ihre Version des „Lord's Prayer“ als laszive Bossa Nova scheint etwas abwegig.

Thomas Fitterling, 03.02.2000



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