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Ludwig van Beethoven

Sinfonien Nr. 5 und 7

Staatskapelle Berlin, Richard Strauss

Naxos Historical 8.110926
(60 Min., 1926, 1928) 1 CD

Es gibt Filmdokumente vom Dirigenten Strauss: ein Minimalist der Bewegung, aber sehr exakt, mehr Verwalter großer Musik als neuschöpferischer Feuerkopf (übrigens auch bei den eigenen Werken). In den Zwanzigern startete die Deutsche Grammophon offenbar den ersten kompletten Zyklus der Beethoven-Sinfonien, zum hunderdsten Todestag, mit den Philharmonikern und dem Staatsopern-Orchester, den Stab gab Strauss dann weiter an Pfitzner, Oscar Fried und Erich Kleiber.
Die Filetstücke, nämlich die Sinfonien Nr. 5 und 7, behandelt Strauss in guter Kapellmeister-Tradition - ein bisschen à la Wagner in den Tempi herumschwimmend, sonst aber erstaunlich modern, das heißt flüssig und flott, ohne zeitübliche Chintz-Rüschen wie etwa Portamenti der Streicher. Der Kopfsatz der Fünften, obwohl architektonisch verkürzt (keine Wiederholung der Exposition), beeindruckt durch unsentimentale Geradlinigkeit, auch wurde in Details liebevoller gearbeitet als bei der Siebten. Deren Allegretto bleibt erfreulich brisk, aber der orgiastische Finalsatz hat nichts von der "Apotheose des Tanzes", die Wagner darin hörte.
Er wird einfach gespielt, Punkt, und manches Mal ziemlich wacklig (schneiden konnte man damals nicht). Das klingt wie mit einer Kaffeedose aufgenommen, und der Geist des Titanen rauscht allzeit gewaltig. Als Dokument unschätzbar, als Beethoven-Interpretation muss man es nicht gehört haben.

Thomas Rübenacker, 07.09.2000



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