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Latakia Blend

Gabriele Mirabassi

Enja/Soulfood ENJ-9441 2
(55 Min., 2/2002) 1 CD

Wer die Musik von Rabih Abou-Khalil kennt, ist vor dem Irrtum gefeit, Gabriele Mirabassi für eine Sängerin zu halten - im Ensemble Abou-Khalils ist der Italiener Klarinettist. Auch die weiteren Mitglieder seines Trios sind bei Abou-Khalil unter Vertrag: der Akkordeonist Luciano Biondini und der Tubist Michel Godard.
Rabih Abou-Khalil macht mediterrane Musik aus dem Geiste des östlichen Mittelmeerraums. Seine drei Gefolgsleute aus Italien und Frankreich dagegen beziehen ihre Inspiration aus der italienischen Volksmusik-Tradition. Das erinnert an Gianluigi Trovesis Projekt "In Cerco di Cibo". Und in der Tat möchte man manchmal bei Gabriele Mirabassi meinen, die mitunter ins Poetische verklärte "Cerco di Cibo" (zu gut Deutsch: die Nahrungssuche) des Kollegen sei mit "Latakia Blend" beim üppigen Festmahl angelangt, genauer noch: bei Digestivo und erlesener Zigarre oder Pfeife würde ausgelassen gefeiert. Dabei durchzieht die Ausgelassnehit eine süße Wehmut, die sich ohne Scheu auch zeigen darf und dann wieder in die allgemeine Freude aufgenommen wird.
Aber auch noch anders wirken diese Musik Geschichten-stimulierend. Rabih Abou-Khalil hat als Liner Notes eine köstliche Fantasy-Story über die Herkunft der Musiker und ihre Verstrickung in die Tabakindustrie und den Sardellen-Schmuggel geschrieben. Nachzulesen ist sie im Beiheft auf Englisch und auf der CD als PDF-Datei in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Vergnüglicher lässt sich eine CD kaum erleben.

Thomas Fitterling, 28.11.2002



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