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Mercy Streets

Kate McGarry

Palmetto Records/AL!VE PM 2109
(53 Min.) 1 CD

Bei dem immer noch weiter anschwellenden, unterkühlten femininen Standard-Gesäusel ist es schon eine Besonderheit, wenn eine grünäugige weiße Sängerin mit einem Klang in der Stimme auffällt, dem man bei einem Instrumentalkollegen die Qualität eines Individual-Sounds attestieren würde. Die Rede ist von Kate McGarry, die in den USA bereits beim Monterey Festival mit Clark Terry aufgetreten ist und immer wieder mit dem Pianisten Fred Hersch zusammenarbeitet; auch als Filmkomponistin hat sie sich dort einen Namen gemacht. Mit "Mercy Streets" legt sie nun eine CD mit reizvoller Combo-Begleitung vor: Zu Bass und Schlagzeug kommt kein Klavier, dafür teilen sich je eine akustische und elektrische Gitarre in dessen Rolle. Auf zwei Tracks ist noch Fred Hersch zu hören. Kate McGarry ist eine improvisierende Geschichtenerzählerin, wobei sich ihre Improvisationen ebenso natürlich wie kunstvoll in der raffiniert harmonisch kalkulierten, melodischen Variation des Textvortrags vollziehen. Dieses Verfahren verweist eher auf Sängerinnen wie Helen Merill als auf die stimmgewaltigen Scat-Diven, und die Stimmfärbung steht eher in der Tradition der Folk-Sängerinnen, allen voran Joni Mitchell, deren "Chelsea Morning" auch auf dem Programm steht. Überhaupt gibt das Programm eigentlichen Songs gegenüber Jazz-Standards den Vorzug; so stehen neben dem Song von Joni Mitchell etwa noch der Titel-Song von Peter Gabriel oder ein Lied von Bjork. Unaufgeregt und doch bewegend ist diese Musik und lädt zum genauen Hinhören ein.

Thomas Fitterling, 24.09.2005



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