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Ubizo

Alan Skidmore

Provocateur Records/Rough Trade PVC 1034
(72 Min., 10/2002) 1 CD

Bei der Nachricht von Marlon Brandos Tod wird manch einem die Szene durch den Kopf gegangen sein, wie Brando zu Beginn des "Letzten Tango ..." auf dem Pont Bir Hakeim die Fäuste gegen die über ihm donnernde Métro reckt und wie dann dieses expressive Tenorsaxofon einsetzt, das die bitter-süße Tongebung eines Sonny Rollins mit dem hymnischen Gestus eines John Coltrane wohl kalkuliert bis hart an die Kitschgrenze auflädt. Gato Barbieri war damals der Saxofonist und der Argentinier hatte vorher schon den weltmusikalischen Crossover mit afro-lateinamerikanischen Elementen gepflegt. Der Brite Alan Skidmore wird auf Ubizo zu einem späten Wiedergänger Barbieris. Doch wie es sich für einen Sohn des einstigen Empires gehört, liegt der Schnittpunkt seiner Grenzüberschreitung im südlichen Afrika. Er darf sich rühmen, von den vier großen Meistertrommlern der Xhosa-Tradition akzeptiert zu werden und konnte so mit diesen vier Meistern und seinem eigenen Quintett dieses Album einspielen. Und in der Stimmung verweist dies immer wieder auf Gato Barbieri, ist aber doch deutlich weniger mainstream-amerikanisch als dessen Musik, steht stärker in der direkten Nord-Süd-Tradition wie etwa einst Chris McGregor’s Brotherhood of Breath - zu der Skidmore schließlich auch einmal gehörte. Trotzdem ist es irgendwie, als seien Barbieris' Third-World-Projekte versickert - wie dies die Donau im schwäbischen Jura tut - und träten nun an geografisch anderer Stelle erneut zu Tage.

Thomas Fitterling, 17.07.2004



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