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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Ludwig van Beethoven, Ferdinand Ries, Giovanni Punto, Franz Danzi

„Horn & Piano - A Cor Basse Recital“

Teunis van der Zwart, Alexander Melnikov

harmonia mundi HMS 781759
(76 Min., 1/2020)

Muss das sein? Hornsonaten, das klingt zunächst nicht so sexy. Aber erstens kommt von Alexander Melnikov nie etwas thematisch Uninteressantes auf einem Album heraus und zweitens steht hier der holländische Hornist Teunis van der Zwart am Mundstück. Und der war nicht nur über Jahrzehnte eine der solistischen Klangperlen des Freiburger Barockorchester, er ist auch einer der besten Bläser – besonders des Alten-Musik-Fachs. 120 Jahre zählt übrigens sein Instrument. So versteht es sich von selbst, dass der versatile Melnikov, diesmal an zwei fein schimmernden, metallisch gut abgeschmeckten Hammerklavieren von Walter (Nachbau) und Graf Platz genommen hat, um eben die sonatinen Soloqualitäten des Horns auf das Beste leuchten zu lassen. Sekundiert von einem solchen Traumpartner enttäuscht van der Zwart in vier Gusto-Stücken der Klassik keine Sekunde. Er lässt sein tiefes Instrument juchzen und schmachten, gurgeln und Koloraturen singen, schmeicheln und blöken.
Kern des Ganzen ist hier Giovanni Punto (1746-1803), der als böhmischer Jan Václav Stich geboren wurde und als reisender Hornvirtuose sowohl seine Zeitgenossen begeisterte als auch die Komponisten inspirierte. Darunter auch sich selbst, wie in der versatilen Transkription seines virtuosen, die eigenen Fähigkeiten im hellsten Licht glänzen lassenden 1. Hornkonzerts. Von Ferdinand Ries erfreut mächtig die gelassene Hornsonate F-Dur op. 34, von Franz Danzi die saftige Hornsonate Es-Dur op. 28. Doch höchste Hornhöhen der Inspiration werden bei der – trotz ihrer kleinen Werknummer großartig zwischen Solistenfutter und musikalischer Qualität ausbalancierten – Hornsonate F-Dur op. 17 Ludwig van Beethovens erklommen. Sage also keiner mehr was gegen das Solohorn in der Kammermusik!

Matthias Siehler, 26.02.2022



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