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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart

Sonaten für Klavier und Violine, Vol. 3

Isabelle Faust, Alexander Melnikov

harmonia mundi HMM 902362
(76 Min., 9/2019)

Wie schön rund, aber doch metallisch nachklingelnd arpeggiert Alexander Melnikov gleich in den ersten KV-379-Takten auf seinem 2014 gebauten Fortepiano von Christoph Kern, welches einem Wiener Anton-Walter-Instrument von 1795 nachempfunden wurde. Sie sind wieder da und setzen fort, was 2018 begonnen und 2020 zum zweiten Mal beliefert wurde: Der russische Pianist und seine hier etwas später einsetzende deutsche Lieblingskammermusikpartnerin Isabelle Faust sind inzwischen bei der dritten Folge sämtlicher Mozart-Sonaten für Klavier und Violine angekommen – ja, in dieser Instrumentenreihenfolge. Obwohl sich dieses besondere Duo – er spielt auf seinen eigenen historischen Flügeln, sie spannt auf ihre „Dornröschen“-Stradivari Darmsaiten – natürlich um größte Gemeinsamkeit bemüht. Da überstrahlt nie permanent die Violine ein lediglich verschattetes Klavier. Und delikat dialogisch ausformuliert, in feinster Agogik immer die Impulse des anderen zwanglos vertraut aufnehmend, geht es in spannungsvoller Aufmerksamkeit und gleichzeitig entspannter Musiziergrundhaltung weiter. Die vier Sonaten KV 379, 377, 302 und 454 stehen als vorletztes Volume III auf der Agenda. Besonders delikat zu hören ist, wie sich die beiden Stimmen in der frühen Sonate 302 aus der Mannheimer Zeit fast untrennbar verbinden. Fausts Ansatz bleibt schimmernd zurückhaltend, Melnikov muss nie in hartem Forte in die Hammerklaviertasten hauen. Vier Jahre später entstand die Gruppe, der auch die Werknummern 377 und 379 angehören. Souveräner ist hier längst das Miteinander auskomponiert und fast liebevoll tastend, trotzdem zupackend ist es zu hören. Mit großer Geste entfaltetet sich schließlich die Sonate KV 454 von 1784, Mozarts Wiener Reifezeit der großen Instrumentalkonzerte, für die Melnikov wie Faust die ihnen eigenen, farbenreichen Akzente finden.

Matthias Siehler, 29.05.2021



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