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August Klughardt, George Onslow, Louis Spohr

„Romantique“

Les Vents Français

PLG Classics/Warner 9029528568
(75 Min., 4/2016, 1/2017)

Einige Jahre, bis zu vier, haben diese Aufnahmen schon auf dem Einspielbuckel, aber die Stücke sind viel älter und selten zu hören. Schön also, dass dem Label der Zeitpunkt günstig schien, um ihre blasende Elitetruppe, die sich um den Starflötisten (und Berliner Philharmoniker) Emmanuel Pahud scharenden Les Vents Français, mit einer geballten Ladung raren Romantiker-Repertoires antreten zu lassen. Das ist programmatisch, war doch ihr davorliegendes fünftes Album den „Modernistes“ gewidmet. Sie alle sind Einzelkünstler erster Güte. Das hört man sofort, wenn Klarinettist Paul Meyer, François Leleux an der Oboe, Fagottist Gilbert Audin, Radovan Vlatković am Horn und der bewährte externe Klavierpartner Eric Le Sage Quintette von August Klughardt (1847–1902), George Onslow (1784–1853) und Louis Spohr (1784–1859) so schöntonig wie auf einem Atem interpretieren. Anders als die Barockzeit kennt das 19. Jahrhundert weniger die großbesetzten Bläserstücke. Und wenn, dann ist oft das Klavier dabei, wie in dem galant-melodieverliebten Spohr-Quintett. Wie überhaupt erstaunlich individuelle, unterschiedliche Klangfarben in den drei Werken festzumachen sind. Dramatisch, lyrisch, extrovertiert, so gibt sich das älteste Werk von bereits 1820, das des bekanntesten Namen: Spohr. Der gern „französischer Beethoven“ benannte Onslow wird gerade auch von der Stiftung Palazzetto Bru Zane wiederentdeckt und ist ein lupenreiner Klassizist. Sein ausgewogenes, stark rhythmisiertes Quintett von 1850 atmet chromatisch gebrochenen Geist der Romantik. Klughardt, Spätling der Epoche, versieht sein 1898 entstandenes Bläserquintett mit wehmütiger Heiterkeit. Seltenes, hörenswertes Repertoire also, mit Engagement von einer Toptruppe gespielt – Höchstpunktzahl!

Matthias Siehler, 12.06.2020



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