George Gershwin

"Gershwin Fantasy" - Bearbeitungen und Transkriptionen von Gershwin-Werken

Joshua Bell (Geige), London Symphony Orchestra, John Williams

Sony SK 60659
(55 Min., 3/1998) 1 CD

Jascha Heifetz war der erste, der sich Gershwin-Schlager zurechtarrangierte; seine Aufnahmen einiger Nummern aus “Porgy und Bess” oder der “Three Preludes” sind Klassiker höchst raffinierten Geigenspiels. Die drei Präludien interpretiert auch der Amerikaner Joshua Bell, und er braucht den Vergleich nicht zu scheuen: Mit sicherem Gespür für die “wogende” Rhythmik, für den Swing und die exakt kalkulierten dirty tones des Blues, aber auch mit verführerischem Streichergesang huldigt Bell seinem vor hundert Jahren geborenen Landsmann Gershwin.
Zum ersten Mal aufgenommen wurde die Fantasie über “Porgy und Bess” von Alexander Courage, dem wir ansonsten die “Raumschiff-Enterprise”-Musik verdanken. Dass Courage mehr kann, zeigt er hier: Seine “Porgy”-Fantasie darf sich messen mit der (für Heifetz geschriebenen) “Carmen”-Fantasie von Franz Waxman. Dritter Kinokomponist im Bunde ist John Williams, der so souverän das Londoner Sinfonieorchester dirigiert, wie er Joshua Bell (in den “Préludes”) am Klavier begleitet.
Gegen Ende, in wiederum raffiniert arrangierten Gershwin-Songs, hat sogar der Meister selbst seinen Auftritt, per Klavierwalze, umrankt von Geige und Orchester: Ein Auftritt, der so geistvoll ist wie anrührend - und der auch deutlich macht, dass George Gershwin bei dieser CD von Anfang an präsent war.

Thomas Rübenacker, 31.05.1998



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