home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Startseite · Künstler · Gefragt

(c) Detlef Schneider

Cornelius Claudio Kreusch & Johannes Tonio Kreusch

Brüder nicht nur im Geiste

Auch als künstlerische Leiter von Festivals gehen diese beiden Musiker ihren Karriereweg im Gleichschritt.

Auf den ersten Blick trifft auf die beiden Söhne der Pianistin und Musikpädagogin Dorothée Kreusch-Jacob das Klischee der ungleichen Brüder zu. Sind sie doch vom Naturell her ganz verschieden.
Der eine, Cornelius Claudio Kreusch, ist der Extrovertierte, der Ungestüme, immer vor Ideen Sprühende, der schon wegen seiner Statur, seinem Auftritt und den mitunter selbst designten Anzügen auffällt. Sehr früh war deshalb die Bühnenkarriere vorgezeichnet, schon als kleiner Junge war er bei den CD-Produktionen der Mutter gestaltend dabei, war auch die Leidenschaft fürs Klavierspielen geweckt. Und für den Jazz, der sein Metier wurde. Er studierte nicht nur am berühmten Berklee College of Music in Boston (zu dem er noch heute engen Kontakt hält), sondern wurde auch einer der wenigen Deutschen mit einem Standbein und kontinuierlichem Erfolg in den USA. 1997 bestritt der Pianist mit Herbie Hancock das erste Internet-Konzert überhaupt, sein Album „Scoop“ war im Folgejahr die bestverkaufte Jazzplatte eines Deutschen.
Nicht ganz so schnell ging es bei seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Johannes Tonio Kreusch. Der trotz des inzwischen zugelegten „frechen“ Grunge-Barts eher Introvertierte, Grüblerische studierte erst Philosophie, bevor er sich zu einer Karriere als klassischer Gitarrist entschloss. Auch er studierte dann in den USA, an der Juilliard School in New York, zeitweise teilte er sich dort ein Loft mit seinem Bruder. Vor allem dank seiner wegweisenden Interpretationen von Heitor Villa-Lobos, aber auch mit stil- und genreüberschreitenden Klangmalereien sowie als erfolgreicher Leiter der Gitarrenfestivals in Hersbruck und Wertingen machte auch er sich einen Namen.
Doch so unterschiedlich sie sind, so gut ergänzen sich die beiden auch. Schon seit Jahren knüpfen sie an ihre gemeinsame Studienzeit an und machen das meiste im Gleichschritt. Vom zusammen gegründeten „KreuschBros. Publishing“-Verlag über die Doppelspitze als künstlerische Leiter der „Ottobrunner Konzerte“ und des wegweisend interdisziplinären „LOOK INTO THE FUTURE“-Festivals in Burghausen bis zur gemeinsamen Rückkehr zum Münchner GLM-Label, bei dem Cornelius Claudio Kreusch einst vor vielen anderen Stationen bei nahezu allen bedeutenden deutschen Jazzlabels sein erstes Album veröffentlichte.
Jeder profitiert vom anderen, von dessen Kontakten, aber auch der Spielhaltung. Cornelius Claudio Kreusch etwa hat so wieder mehr „klassische“ Inspiration gefunden. In seinem Ton, aber auch in Projekten wie seinem von Thomas Mann inspirierten „Zauberberg“-Soloalbum, sowie seinem fulminanten „TRANSFORMER“-Album. Und Johannes Tonio Kreusch ist schon lange einer der wenigen klassischen Gitarristen, der auch die Improvisation liebt. Nachzuhören auf seiner – wiederum von Hermann Hesse inspirierten – „Siddharta“-Fantasie oder auch auf dem gerade erscheinenden Album „Johannes Tonio Kreusch plays Bach“. Ob nun mit ihren eigenen Alben oder mit gemeinsamen Einspielungen (zuletzt „Two Worlds One“ mit Badi Assad und Jamey Haddad 2015 und „Gestalt!“ mit Anthony Cox 2020), ob als zwillingsgleiche Konzept-Schmieder für ihre Internet-Aktivitäten und Festivals – die Marke „KreuschBros.“ verspricht noch einiges für die Zukunft.

Zuletzt erschienen:

Kreusch

„TRANSFORMER“

mit C. C. Kreusch

GLM/Edel

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Peramo

„Portraits of Cuba“

J. T. Kreusch

GLM/Edel

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Oliver Hochkeppel, 26.03.2022, RONDO Ausgabe 2 / 2022



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Hausbesuch

Festival „rainy days“

Türen zur Welt

Der Name für dieses Festival ist ambivalent: Es findet in der wechselhaften Jahreszeit statt, aber […]
zum Artikel

Pasticcio

Fair-Trade & Öko

Im sächsischen Vogtland und speziell im schönen Städtchen Markneukirchen wird seit vielen […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top