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Das Publikum liebt es, Klarinettisten fürchten es: Das berühmte aufheulende Sologlissando am Beginn von George Gershwins „Rhapsody in Blue“. Aber der Effekt funktioniert nicht nur bei dem schwarzen Holzblasinstrument, sondern auch auf der Trompete. Das beweist Simon Höfele gleich im ersten Track dieses Albums – einer kammermusikalischen Reise durch den Jazz, bei dem Gershwins „Rhapsody“, ein Satz aus seinem „Klavierkonzert in F“ und „An American in Paris“ als Bezugspunkt stehen. Dazwischen widmet sich Höfele, immer wieder die Trompete mit dem weicheren Flügelhorn tauschend, Titeln wie Miles Davis‘ „Blue in Green“, Elvis Costellos „Almost Blue“ oder Leonard Bernsteins „Rondo for Lifey“. Dabei taucht Höfele, unterstützt vom Pianisten Frank Dupree, dem Bassisten Jakob Krupp und dem Schlagzeuger Obi Jenne und dem Goldmund Streichquartett in ganz unterschiedliche Soundwelten ein, meistert den gepflegten Barsound ebenso wie die Klassikavantgarde. Um auf den Albumtitel zu verweisen: Mal schmeckt man eher das Süße, mal das Salzige durch.
Berlin Classics/Edel
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Fremd ist den Berliner Philharmonikern Filmmusik nicht: Höhepunkte großer Filmscores waren bei den Konzerten in der Waldbühne zu erleben, und mit dem Soundtrack zu „Das Parfüm“ hat das Orchester schon vor Jahren seinen exklusiven Beitrag zu einem großen Film geleistet. Dass eines Tages der Film-Maestro John Williams persönlich am Pult stehen würde, war – vor allem nach seinem Wiener Album von 2020 – also nur eine Frage der Zeit. Im vergangenen Herbst ließ die lebende Filmmusik-Legende die Berliner Philharmonie unter dem „Imperial March“ aus „Star Wars“ erzittern und die Geigen bei „Leia‘s Theme“ schwelgen. Der Mitschnitt erscheint nun fast auf den Tag genau zu Williams‘ 90. Geburtstag.
Deutsche Grammophon/Universal
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Die Lust vieler Sänger, mal von der Opernbühne und dem Konzertpodium herunterzusteigen, um die vermeintlich „leichte“ Muse zu entdecken, hat nun auch den niederländischen Bariton Thomas Oliemans gepackt. Er lässt Rollen wie Don Giovanni, Schaunard oder Wolfram von Eschenbach hinter sich und interpretiert nun französische Chanson-Delikatessen von „La Mer“ bis „Et maintenant“, von „Les feuilles mortes“ bis „Sous le ciel de Paris“ – umwoben von fantasievollen Orchesterarrangements, die mit so manchen Überraschungen („Le moulins de mon cœur“ als Arie im Stil von Bach!) daherkommen. Verblüffend auch der Beginn: Oliemans, auch ein veritabler Konzertpianist, eröffnet das Programm mit dem Thema aus César Francks Sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester und lässt so seine Lieder aus dem Geist der französischen Spätromantik herauswachsen.
Channel Classics/Note 1
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Es gibt eben immer noch Instrumente, die völlig zu Unrecht im Schatten stehen oder sich bestenfalls in größeren Ensembles verstecken. Die kleine Tuba mit dem schönen lateinischen Namen Eufonium zum Beispiel, das Alphorn oder – ja, das gibt es wirklich – das „Wunderhorn“, hinter dem sich technisch gesehen eine Basstrompete verbirgt. Leider traut man diesen tiefen Bläsern, wenn sie dann doch mal vorkommen, kaum Virtuosität zu und erlebt sie meist in ruhigen, ernsten Partien. Das schweizerische Duo Giovivo, bestehend aus den beiden Multiinstrumentalisten Fabian Bloch und Muriel Zeiter, räumt nun mit all diesen Vorurteilen auf und liefert nicht nur eine äußerst mitreißende klingende Instrumentenkunde. In den vielseitigen tänzerischen Titeln, von denen Waldteufels „Schlittschuhläuferwalzer“ und Montis unsterblicher „Czárdás“ noch die bekanntesten sind, beginnt das tiefe Blech – plötzlich völlig schwerelos – zu tanzen. Das Träumerisch-Getragene kommt aber auch nicht zu kurz!
Oliver Buslau, 05.03.2022, RONDO Ausgabe 1 / 2022
Der Sound der Grande Nation
2016 kommt der frankophile Musikfan von Barockoper bis Jazz und Chanson voll auf seine Kosten – […]
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Meldungen und Meinungen aus der Musikwelt
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Der Komponist Johann Joachim Quantz (1697-1773) war auch ein exzellenter Flötist und nahm als Flötenlehrer Friedrichs des Großen eine privilegierte Stellung im musikalischen Leben am preußischen Hof ein. Viele seiner Werke ebenso wie viele der von ihm gebauten Flöten entstanden ab 1741 exklusiv für den Monarchen. Der belgische Flötist Frank Theuns spielt hier auf einer originalgetreuen Kopie einer Quantz-Flöte einige dieser „Privat-Konzerte“. Theuns und sein sechsköpfigen […] mehr