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Will doch nur spielen: Gründungsintendant Thorsten Schmidt musste den Jubiläumsjahrgang schweren Herzens absagen © Nikolaj Lund

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Ein Fünkchen Hoffnung?

Es war alles so vielversprechend durchgeplant. Die zahllosen Konzerte, aber auch die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und Hygienekonzepte. Aber es hat nichts genutzt. Nachdem Anfang März die Lockdown-Schraube nur unwesentlich gelockert wurde, stand für Intendant Thorsten Schmidt fest, dass er das Musikfestival Heidelberger Frühling absagen muss. Ab dem 20.März sollte die Jubiläumsausgabe (25. Festivalgeburtstag) vier Wochen lang live und vor Publikum über die Bühnen gehen. Daraus wird nun nichts. Doch ganz will man sich dem Schicksal nicht hingegeben. Unter dem Motto „Lasst uns spielen!“ plant man Digitalangebote, die spielerisch und experimentierfreudig mit der aktuellen Situation umgehen.
Während also die baden-württembergische Studentenstadt vorerst weiterhin stumm bleibt, will man in der Hauptstadt die kulturlose Zeit mit einem Pilotprojekt verabschieden. „Perspektive Kultur“ lautet das Unterfangen, für das sich auch dank der Unterstützung des Berliner Senats neun Institutionen zusammengetan haben. Zwischen dem 19. März und 4. April öffnen dann etwa die Berliner Philharmoniker und die Deutsche Oper wieder die Pforten – wenngleich natürlich unter Corona-Bedingungen. Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Erkenntnisse der Testdurchläufe würden dann Anfang April von den Beteiligten ausgewertet und auch anderen Institutionen zur Verfügung gestellt, so die Senatskulturverwaltung.
Unter den angesetzten Terminen findet sich etwa ein Kammermusikkonzert mit u.a. Christian und Tanja Tetzlaff im Konzerthaus. Die Staatsoper Unter den Linden zeigt am 2. April eine Neuinszenierung von Mozarts „Figaro“ mit Daniel Barenboim. Und am 20. März steigen die Berliner Philharmoniker mit ihrem Chef Kirill Petrenko und Werken von Tschaikowski und Rachmaninow endlich wieder in den Ring. Der einzige Haken an der Sache ist: Die 1.000 Tickets sind bereits weg! Wenigstens kann man sich das Konzert ja am 4. April auf arte ansehen – ohne Mund-Nasenschutz.

Guido Fischer



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