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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Startseite · Künstler · Gefragt

Mayra Andrade

Neu Heimat Paris

Die Lieder ihrer Debüt-CD zaubern ein lateinamerikanisches Flair, auch wenn Mayra Andrade vom harten Schicksal der Emigranten singt.

„Ich weiß genau, dass das Leben hier hart ist“, singt Mayra Andrade. „Aber ganz sicher ist die Emigration keine Lösung ... Zwing mich nicht zum Gehen. Man kann keine Kinder in einem Nest erziehen, aus dem der Vater geflohen ist.“ Ein bisschen Arbeit fordert sie. Die Papiere hat sie zusammen – aber wozu braucht man einen Pass, wenn man eigentlich bleiben will? Mayra Andrade hat Lieder derer geschrieben, die außerhalb des europäisch-amerikanischen Wirtschaftsblocks leben. Die Frau des Fischers ist ihr Thema, die bei jeder Ausfahrt ihres Mannes eine Kerze vor einer Statue der Jungfrau Maria anzündet und sich wünscht, dass der Ernährer zurückkehrt: Eine archaische Welt, in der Natur und Mensch miteinander ringen.
Sie selbst hat sich anders entschieden. Sie ist gereist – schon immer. Geboren wurde sie 1985 auf Kuba. Aufgewachsen ist sie in Senegal, Angola, Deutschland und auf den Kapverden. Sie gab Konzerte in Praia und Mindelo, dem Geburtsort von Cesaria Evora auf der Insel São Vicente. Bei ihr trat sie auch als Sängerin in der Vorgruppe auf. Das war bei einem Konzert auf dem Festival des Pariser Jazzclubs „New Morning“. Da war Mayra Andrade schon via Lisabon in Europa angekommen und hatte nach dem Start in Klubs erste Auftritte hinter sich. Der Globalisierung stellen ihre Songs eine einfache Welt gegenüber, eine Welt der Fischer und Bauern. „Mana war ein schönes, junges Mädchen“, heißt es andernorts. Doch dann ging sie in die Stadt, heiratete und wollte etwas Besseres sein – aber nichts war gut genug, und so bereute sie den Schritt.
Mayra Andrade kam besser zurecht. Sie hat sich in der französischen Weltmusikszene etabliert. In ihrer Band spielt der Kameruner Etienne Mbappé Bass und der Brasilianer Zé Luis Nascimento Percussion. Gitarren, Elektro- oder Kontrabass und Percussion reichen aus, um ein leichtes, südamerikanisches Flair zu zaubern. Nach Urlaub klingen die Lieder, nach Entspannung und dem Traum von einer Welt, die mit der Realität in den Metropolen wenig gemein hat.

Neu erschienen:

Navega

Mayra Andrade

RCA/Sony

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Werner Stiefele, RONDO Ausgabe 1 / 2007



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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