Responsive image
Frédéric Chopin, Martin Stadtfeld

Etüden opp. 10 & 25, Improvisationen

Martin Stadtfeld

Sony 88985369352
(71 Min., 7/2016)

Wo Martin Stadtfeld in letzter Zeit immer wieder Chopins Etüden aufs Programm gesetzt hat, stellte er ihnen so manche Präludien aus Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ gegenüber. Schließlich war für Chopin Bachs Konvolut in vielerlei Hinsicht inspirierend. Und wie Stadtfeld in seinen Anmerkungen zum Konzeptalbum „Chopin+“ ausführt, zeigte sich der Pole speziell von dem Choral-Komponisten Bach angezogen und beeinflusst. Zur Absegnung dieser These hat Stadtfeld jedoch im Laufe der insgesamt 24, eben auf die Hefte op. 10 & op. 25 verteilten Klavieretüden von Chopin nun nicht Bach zu Wort kommen lassen, vielmehr hat er zehn eigene Improvisationen im neo-barocken Stil eingestreut, die schon mal nahtlos in eine Etüde übergehen. So wenig dieser Aufnahmetrick die Komponisten nachträglich zu Brüdern im Geiste macht, so erlahmt überhaupt das gesamte Album schnell an Stadtfelds Willen, sich unbedingt auch vom gängigen Chopin-Bild abheben zu wollen. Spieltechnisch ist er den Etüden durchaus gewachsen. Weil er jedoch so gar kein Freund von kerniger Virtuosität und zündendem Herzensüberschwang ist, wirkt dieser Chopin im Grunde ab der C-Dur-Etüde leblos, bieder, brav.

Reinhard Lemelle, 19.11.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Nordlicht: Aus dem damals dänischen Holstein stammend, wird Dieterich Buxtehude im Frühling 1668 der neue Kirchenmusiker an St. Marien in Lübeck. Mit der Übernahme von Amt (und Heirat der Tochter) von Franz Tunder führt er auch dessen „Abendmusiken“, festliche und groß besetzte Adventskonzerte, fort. Diese sind so erfolgreich, dass Buxtehude bald der strahlendste Vertreter der Norddeutschen Orgelschule ist, den zu besuchen sich Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Johann […] mehr »


Top