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Meets Pat Metheny

Cuong Vu Trio

Nonesuch/Warner 7559794668
(54 Min., 2/2015)

Die ersten einsamen Trompetentöne und das nachfolgende Tasten von Schlagzeug, Elektrobass und Gitarre täuschen: Der Trompeter Cuong Vu schwebt nicht in verträumten Welten, denn nach rund vier Minuten ist der beschauliche Gestus einem krachenden Inferno mit Elektronikfetzen, schrillen Sounds und einem peitschenden Trancebeat gewichen, das den Titel „Acid Kiss“ rechtfertigt. Nun jault Pat Methenys Gitarre, und dumpf dröhnt Stomu Takeishis Bass zwischen Ted Poors peitschendem Schlagzeug und Vus angefressenen Trompetenklängen. Metheny, der Sonnyboy des Jazz, Erfinder traumhafter Melodien und Meister klanglicher Schaumbäder, kehrt hier seine kantige, harsche, sperrige Seite heraus. Selbst wenn – wie zur Versöhnung – Metheny und Vu in den folgenden Songs „Not Crazy“ und „Seeds Of Doubt“ in kinderliedartige Melodien springen, bleibt die harsche, ungewohnte Atmosphäre, obwohl der Gitarrist in „Seeds Of Doubt“ auf jene langen Bögen zurückgreift, mit denen er in seiner eigenen Band das Publikum verzaubert. Die „Tiny Little Pieces“ lenken das Geschehen ins mystisch-freie Feld um, und „Telescope“ blickt auf den frühen, rauen Rockjazz mit Grummelbass zurück. „Let’s Get Back“ wirkt schließlich wie eine spätmitternächtlich verdunkelte Hymne. Mit „Tune Blues“ findet das Album zu einem bluesigen Finale mit einem rockig-wildem Gitarrensolo Methenys. Ihn zeichnet aus, dass er sich wunderbar in Vus Ensemble einfügt, meist im Hintergrund bleibt und seine Soli an die raue, ungeschliffene Atmosphäre zwischen Rock, Heavy Metal, Jazzrock und Trance anpasst. Nun bleibt noch ein Tipp: so laut hören, wie es Boxen, Nachbarn und Ohren vertragen!

Werner Stiefele, 07.05.2016



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