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Red

Diana Panton

Inak/in-akustik 0169129
(61 Min., 8/2012)

Mit Streichern, ohne Streicher: Gleichgültig, wie groß die Formation neben Diana Panton auch ist, klingt das gesamte Album, als sei es in den 1950ern entstanden – und das durchgängig und perfekt. Wobei in den 1950ern die Kombination von Gitarre, Saxofon, Vibrafon und Piano als Begleitinstrumenten eher ungewöhnlich gewesen wäre. In dieser Umgebung haucht und schmachtet die Kanadierin wie einst Blossom Dearie auf ihren besten Einspielungen, von der sie sogar „Isn’t That The Thing To Do“ ins Repertoire aufnahm. Bei Cole Porter fand sie „You’re The Top“: ein vergnügtes Spiel mit eigenwilligen Komplimenten. Und während die meisten Sängerinnen „You’re My Thrill“ eher extrovertiert interpretieren, macht sie daraus eine zarte, introvertierte, von Streichern untermalte Ballade. Bei „Make Yourself Comfortable“ gurrt sie fast so verführerisch wie einst die große Eartha Kitt – Harrison Kennedy als männlicher Gegenpart schlägt das Angebot ihrer Küsse so wenig aus wie den Vorschlag, eine Nacht lang Schallplatten zu hören. Das alles atmet augenzwinkernd zarten Retro-Charme, wobei der lupenreine Klang der schlagzeuglosen Band eindeutig von heute stammt.

Werner Stiefele, 30.08.2014



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