Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Die Zauberflöte

Andrea Frei, Deon van der Walt, Ulrike Sonntag u.a., Chor der Oper Zürich, Orchester der Oper Zürich, Wolfgang Gönnenwein

Arthaus/Naxos 100 188
(147 Min., 1992) 1 DVD, PCM-Stereo; PAL 4:3

"Ist's auch Wirklichkeit, was ich sah?“ fragt sich Tamino, nachdem er der Königin der Nacht begegnet ist und diese ihm den Auftrag gegeben hat, ihre Tochter Pamina zu befreien. Der Zuschauer braucht sich das bei dieser „Zauberflöte“ kaum zu fragen, denn die bühnenbildnerischen Mittel sind so sparsam und gleichzeitig so fantastisch, dass man sich die Augen reibt und keine Sekunde an Realität glaubt.
Der Regisseur und Bühnenbildner Axel Manthey setzte 1992 in Ludwigsburg auf die Einfachheit naiver Malerei: Große Flächen, starke Primärfarben, plakative Symbole illustrieren die Geschichte. In solcher Ausstattung kann Mantheys Papageno während seines Auftrittsliedchens sogar eine Taube fangen lassen, ohne dass man darüber schockiert sein könnte: Das Tier ist aus Papier und schwebt an Nylonfäden herab, die der Vogelfänger einfach abschneidet.
Im zweiten Aufzug leidet das Stück etwas unter der kindlichen Sparsamkeit – zumal diese für immer mehr Leere auf der Bühne sorgt –, während die Handlung eigentlich immer mehr Opulenz fordern würde. Der Bezirk der Priester wirkt so niedlich; die Beschäftigung der glatzköpfigen und ehrwürdigen Männer kann eigentlich nur ein kaum ernst z unehmendes Männerspielchen sein. Dem entsprechend entwirft Manthey den priesterlichen Rat „Bewahret euch vor Weibertücken“ als ringelpietziges Tänzchen. Feuer- und Wassertaufe haben kaum die Kraft, für Dramatik zu sorgen.
Unter den guten Mitwirkenden enttäuscht Andrea Frey als sternflammende Königin mit zu großem Vibrato und Unsauberkeiten in der Koloratur ein wenig – aber schließlich ist dies ein Mitschnitt.

Oliver Buslau, 24.05.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Er galt als der „Liszt des Violoncellos“: Jacques Offenbach. Zu Recht? Jener Meister der prickelnd-leichten Unterhaltungsmusik, der mit seiner Opéra bouffe „Orphée aux enfers“ und „Les contes d`Hoffmann“ als Komponist berühmt wurde? Am 20. Juni wäre Offenbach 200 Jahre alt geworden, dementsprechend wird der Scheinwerfer derzeit nochmal neu auf ihn und sein Schaffen ausgerichtet. Und dabei zeigt sich: Offenbach und das Cello – das war eine Herzensverbindung. Cellistin Raphaela […] mehr »


Top