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Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven

Klaviersonate KV 283, Variationen F-Dur op. 34 u.a.

Claudio Arrau

Naxos 6 36943 16032 9
(66 Min., 2/1941) 1 CD

Die Herren der RCA werden sich gewundert haben über die Absichten ihres Neuerwerbes. Claudio Arrau war 1941 gerade ein paar Monate in den USA und begann sich eine neue Karriere aufzubauen, da wünschte er auf seiner ersten Schallplatte Werke wie die F-Dur-Variationen op. 34 von Beethoven und die frühe Mozart-Sonate KV 283 einzuspielen. Damit würde er heute kaum noch durchkommen. Damals ließ man den eigentlich nur in Europa verehrten Arrau Gott sei Dank gewähren.
Man meint, mit der Übersiedlung nach Amerika eine neue Phase in Arraus Spiel zu hören. Bei aller unübertrefflich sicheren Technik fehlte seinen deutschen (Rundfunk-)Aufnahmen - wenn man denn das Recht hat, darin einen Mangel zu sehen - ein wenig der spielerische Scharm, die Leichtigkeit. Sein Beethoven zeugte von einer fast fanatischen Genaugkeitsanstrengung. Die Eroica-Varationen, die Arrau schon als Fünfzehnjähriger in Berlin im Konzert gespielt hat, sind nun in den bewegten Variationen von einer geradezu provozierenden Lockerheit. In der eigentümlich ausschwingenden Variation 8 oder der Moll-Variation tritt eine neue Innigkeit, ein fülligerer, gerundeterer Ton in Arraus Spiel.
Die pianistische Vollkommenheit, die zuvor erarbeitet wirkte, klingt nun mühelos und befreit, und gerade diese neue Gelöstheit lässt die eigentümlich auf das Spätwerk weisenden, bizarren Züge dieses Stückes hervorscheinen. Es ist, als habe Arrau die ernst deklamierte Stil-Botschaft seiner Werkzyklen der Vorkriegszeit vergessen und musiziere mit selbstvergessener Spiellust nur für sich.

Matthias Kornemann, 14.12.2000



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