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Franz Danzi

Flötenquartette op. 56

Karl Kaiser, Ardinghello-Ensemble

MDG/Codaex 605 1791-2
(59 Min., 10/2012)

„Sein Ruf als einer unserer jetzt lebenden bedeutendsten Komponisten ist schon zu allgemein, als dass man mehr als seinen Namen zu nennen brauchte“ ‒ dies meinte kein Geringerer als Carl Maria von Weber über seinen Kollegen Franz Danzi (1763 - 1826). Auch wenn diese Bekanntheit inzwischen fast nur auf seine Bläserquintette reduziert ist, gilt Webers Werturteil nach wie vor für das ganze Werk – vorausgesetzt, es finden sich Interpreten, die mit der zwischen Klassik und Romantik schwebenden Musik dieses Komponisten umgehen können. Zu diesen Interpreten zählen ganz gewiss das Ardinghello Ensemble und der Flötist Karl Kaiser. Dass sich das Ensemble auf die historisch informierte Interpretation der Romantik spezialisiert hat, hört man nicht nur seinem Namen an, der sich von Wilhelm Heinses 1787 erschienenen Roman „Ardinghello“ herleitet.
Die Musiker vermeiden sowohl die Fehler hochromantisch geprägter Musiker, bei denen die klassisch angehauchten Partien bei Danzi oft zu schwer und undurchsichtig werden; andererseits widerstehen sie aber auch der Versuchung, das „Historische“ durch allzu barocke Artikulation, raue Tongebung oder peitschende Sturm-und-Drang-Gesten überzubetonen. Ob virtuose Belcanto-Seligkeit, romantische Sehnsucht nach dem Landleben, klassischer Idealismus oder Momente von Selbstvergessenheit und Caprice – all dies fügen die Interpreten mit klarem Formbewusstsein bei detailreicher Artikulation und einem besonders feinen Gespür für harmonische Schattierungen zu einem luziden Ganzen, das zum hörenden Mitmusizieren einlädt. Als systematische Erkundung der Ausdruckscharaktere der Flöte im gleichberechtigten kammermusikalischen Dialog mit den Streichern dürfte gerade diese Werkfolge dazu beitragen, dass Danzi endlich wieder die ihm gebührende Wertschätzung erfährt.

Carsten Niemann, 20.04.2013



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