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Franz Xaver Mozart

Klavierwerke Vol. 2 (Variationen op. 18, op. 23, op. 2, Rondo Es-Dur op. 25)

Susanne von Laun

Musicaphon/Klassik Center M 56946
(60 Min., 2, 3 & 4/2012)

Was wüssten wir von Franz Xaver Mozart (1791-1844), wenn er nicht der Sohn des großen Wolfgang Amadeus gewesen wäre? Könnten wir seine Kompositionen dann getrost vergessen? Oder würde uns eine unbefangene Annäherung helfen, seine Werke höher wertzuschätzen als bisher? Die Pianistin Susanne von Laun ist entschieden der letzten Ansicht und hat es daher unternommen, das gesamte Klavierwerk von Mozart jun. einzuspielen. Vol. 2 ist fast ganz der Lieblingsgattung Franz Xavers gewidmet: der Variation. Dass er darin nicht talentlos war, sondern sich erstaunlich schnell in dem Stil seines Lehrers Hummel (seinerseits ein Mozartschüler) vervollkommnete, das beweisen die Variationen op. 2, die er mit nur 14 Jahren über ein Menuett seines Vaters schrieb.
Weit über das Niveau dieser gefälligen, spielfreudigen, dankbaren und souverän konstruierten Musik hat sich Mozart allerdings nie erhoben: Seine späteren Variationen und auch die Solofassung des Rondos aus seinem erfolgreichen 3. Klavierkonzert verlassen nicht die Sphäre des Salons. Das wäre nicht so schlimm, wenn Susanne von Laun eine Salonlöwin wäre, die den Stücken einen zusätzlichen performativen Reiz verleihen, wiederholte Phrasen unterschiedlich beleben (oder zu Not auch parfümieren) oder sich ostentativer in Trillern delektieren würde. Doch der Sprung von der Dienerin zur Meisterin von Mozarts Muse gelingt ihr trotz der Anmut und Klarheit ihres Vortrags nicht ganz. Die zunächst kurios anmutende Wahl des Instruments – ein Fortepiano von Johann Baptist Streicher, das knappe zwei Jahrzehnte nach Franz Xavers Tod gebaut wurde – erweist sich dagegen als passend: Der leichte, helle, pastellfarbene Ton des Flügels eignet sich hervorragend zur Darstellung der fast gitarristischen Figuren, für die der sympathische Mozart-Sprössling eine besondere Vorliebe hegte.

Carsten Niemann, 22.12.2012



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