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George London – Between Gods and Demons

Film von Marita Stocker

Arthaus/Naxos 101 473
(60 Min., 2011) + 95 Min. Bonusmaterial

Der kanadische Bassbariton George London (1920-1985), einer der grandiosen Sänger des 20. Jahrhunderts, vereinte Dämonie und Erotik, Männlichkeit, Wahn und sardonischen Witz in einer markanten Stimme von sonst kaum erreichter Intensität. Hört man seine Stimme heute, so könnte man sie beinahe für die eines afroamerikanischen Sängers halten.
Tatsächlich brillierte der Sohn einer russischstämmigen jüdischen Einwanderer-Familie aus Montréal vor allem in Wagner-Partien – als Wotan, Holländer und als Amfortas. Auch in „Don Giovanni“ und „Boris Godunov“ hat er frappierende Titel-Porträts hinterlassen. Daneben war er jedoch ein versierter Spiritual-Sänger und auch mit Musical- und Jazz-Standards erfolgreich. Ab 1949, engagiert von Karl Böhm, avancierte er zu dem Wiener Publikumsliebling der Nachkriegszeit schlechthin.
Mit „Between Gods and Demons“ ist der Filmemacherin Marita Stocker ein umso schöneres Filmporträt des großen Sängers gelungen, als nicht nur zahlreiche ältere Fernsehbeiträge mit und über George London, sondern auch Berichte seiner Ehefrau Nora sowie von Schülern und Kollegen wie Neil Shicoff, Deborah Polaski, Catherine Malfitano, Hilde Zadek und Waldemar Kmennt das Bild bereichern. Auch dass London infolge einer (selten vorkommenden) Stimmband-Lähmung seit den 70er Jahren an der Ausübung von Opernengagements gehindert wurde, erfährt man. Im Übrigen bietet die DVD eine Vielzahl von Bonus-Arien und -Szenen, darunter Mussorgskys „Lieder und Tänze des Todes“ in einer Münchner Filmaufzeichnung von 1964 und einen Ausschnitt aus „Tosca“ mit Maria Callas von 1956 (unter Mitropoulos). Auch ein ausführliches Booklet fehlt nicht. So sollten derartige DVDs immer sein! Begeisternd.

Robert Fraunholzer, 10.12.2011



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