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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Peter Iljitsch Tschaikowski

Musik nach Shakespeare

Simón Bolívar Orchester Venezuela, Gustavo Dudamel

DG/Universal 477 9355
(65 Min., 2/2010)

Die Liebe zu Shakespeare begleitete Tschaikowski sein ganzes Komponistenleben hindurch: Immer wieder ließ er sich von den Stücken des Engländers inspirieren und spielte sogar mit dem Gedanken einer "Othello"-Oper. Die Kopplung der drei sinfonischen Shakespeare-Fantasien Tschaikowskis, die Gustavo Dudamel und seine Venezolaner auf ihrer neuen CD vorlegen, ist jedoch nicht nur eine schöne Programmidee, sondern auch eine gute Wahl für ein Jugendorchester. Denn in der erzählerischen Bildhaftigkeit sind die Motive aus "Romeo und Julia", "Hamlet" und "Der Sturm" auch ohne große Erklärungen verständlich. Umso überraschender das Ergebnis: So apathisch wie bei Bolívars dürfte ein eigentlich unkaputtbares Stück wie "Romeo und Julia" selten geklungen haben. Nicht nur, dass Dudamels Tempi das Aufstauen von Spannung verhindern, auch sein Orchester schlägt bei den Schilderungen von Kampf und Liebe einen prosaischen Ton an – keine Spur von lateinamerikanischem Temperament. Ob das wieder einmal an der venezolanischen Riesenbesetzung liegt, die die Texturen zwangsläufig aufquellen lässt? Bei "Hamlet" und "Der Sturm" haben Dudamel und Co zwar weniger Konkurrenz zu fürchten, am Ergebnis ändert das jedoch nichts – gerade der "Hamlet" mit seiner schwächeren Substanz (die sicher auch dem unentschiedenen Charakter des Titelhelden geschuldet ist) hätte eine theatralische Aufladung gut gebrauchen können.

Jörg Königsdorf, 26.03.2011



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