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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzerte Nr. 1 u. 2

Arthur Schoonderwoerd, Cristofori

Alpha/Note 1 ALP155
(59 Min., 5/2008)

Die einen verdammen sie, für die anderen sind sie Erweckungserlebnisse: Auf jeden Fall aber ist Arthur Schoonderwoerds Zyklus der Beethoven-Klavierkonzerte die radikalste Interpretation, die diese Werke seit Entstehen der Tonaufzeichnung erlebt haben. Keine Phrase, die nicht die bisherigen Hörgewohnheiten völlig infrage stellt, kein Takt, in dem man nicht neue, bislang verborgene Details, aparte Wendungen oder dialogische Bezüge in diesen scheinbar schon bis zum Überdruss bekannten Werken hört. Gegenüber diesen Aufnahmen wirken die bisherigen Einspielungen auf Hammerflügeln (Levin, Tan, Immerseel) lediglich wie traditionelle Aufnahmen im historisierenden Gewand. Schoonderwoerd ist dagegen der erste, der den Begriff des Konzerts völlig anders auffasst – nämlich nicht als Präsentation eines Solisten, sondern als einen geistreichen Dialog auf gleicher Ebene. Angelpunkt seiner Aufnahmen ist die solistische Besetzung der Streicherpulte, die auch bei der dritten Folge mit den beiden ersten Konzerten die Kräfte völlig neu verteilt. Der Klang ist direkter, konturenschärfer und zugleich transparenter, der bei größerer Streicherbesetzung zwangsläufig verwischte Gegensatz von Staccato- und Legatopassagen beispielsweise wirkt hier ungemein lebendig. Die Mittelsätze besitzen eine Mozart'sche Anmut, oft wirkt es fast, als würde Schoonderwoerd improvisieren, wenn er die Melodielinien der Bläser mit seinen Arabesken umspielt. Tatsächlich kann man sich bei keiner anderen Aufnahme so gut vorstellen, wie der junge Beethoven die Wiener Adelskreise mit seinen Konzertdarbietungen unterhielt, so spielerisch wechselt der Gestus vom Tänzerischen übers Ariose ins Pompöse. Dass man sich die Finalsätze auch noch einen Zacken flinker vorstellen könnte – geschenkt. Dieser Zyklus hat die Beethovenwelt verändert.

Jörg Königsdorf, 08.05.2010



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