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Place To Be

Hiromi

Telarc/Inakustik 08083695
(65 Min., 3/2009) 1 CD

Das passt. Die japanische Pianistin Hiromi Uehara, auf den Plattencovern stets nur Hiromi genannt, unterstreicht auf ihrem Soloalbum "Place to Be" ihren Ruf als Wirbelwind an den Tasten. Ihr Platz ist am Flügel, und die Geschichte des Jazzpianos kennt sie in- und auswendig. Sie kokettiert mit Stride- und Boogie-Piano, scheut sich aber auch nicht, die Saiten im Innern des Flügels zu Gunsten perkussiver Sounds abzudämmen oder – in "Pachelbel’s Canon" - mit schepperndem Blech zu belegen. Im ersten Stück der Scheibe, der vom Autoverkehr auf dem Brooklyn-Queens Expressway inspirierten, rasanten Tonorgie "BQE", fliegen die Finger in rasantem Stop and Go über die Tasten. Ansonsten gibt sie sich weniger programmmusikalisch. Sie ist keinem Stil verhaftet, sondern bedient sich überall, wo es etwas gibt, was ihren Stücken eine – manchmal unerwartete – Wendung geben könnte. Das dreiteilige "Viva Vegas" greift Show- und Stride-Elemente auf, während in einem großen Teil von "Sicilian Blue" die Töne fein zisiliert aus dem Instrument perlen. In "Choux à la Crème" oder "Berne, Baby, Berne!", "Cape Cod Chips" und den meisten anderen Titeln zeigt sie sich dagegen eher als wuchtiges Energiebündel. Andererseits erweist sie sich in "Somewhere" und dem Titelstück "Place to Be" als sensible Balladenspielerin. So vielfältig die Elemente auch sein mögen, die ihr Spiel prägen, so ist der Mix keinesfalls willkürlich. Der Witz und die Souveränität, mit der sie die Rückgriffe auf historische Pianostile vermengt, sind einzigartig. Es lohnt sich, Hiromi zuzuhören. Und ein gewaltiges Vergnügen ist es außerdem.

Werner Stiefele, 10.04.2010



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